Autor: Charles Dickens / Illustriert von Eric Kincaid
Genre: Bilderbuch
Verlag: Bertelsmann
ISBN: 3-570-12115-1
Erscheinungsdatum (D) 1993 Erschienen 1992
Seiten 93
Übersetzung Sybil Gräfin Schönfeldt

Eine Weihnachtsgeschichte A Christmas Carol

Inhalt

Ebenezer Scrooge ist ein Geizhals, wie er fürchterlicher und hartherziger nicht sein könnte. Er lebt im viktorianischen London und besitzt Geld in Hülle und Fülle. Doch niemand hat etwas von diesem alten Mann zu erwarten – seine Mitmenschen sind ihm herzlich gleichgültig, ihn interessiert nur, wie er zu noch mehr Geld kommen könnte. Familiensinn und Lebenslust sind ihm völlig fremd, seine Raffgier hingegen ist unendlich. In einer verschneiten Weihnachtsnacht begegnet Scrooge der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der nicht weniger hartherzig und geschäftstüchtig war. Marleys Geist fleht Ebenezer an, sein Leben zu ändern, bevor es zu spät ist, bevor auch er sein Seelenheil endgültig verspielt hat.

Marley kündigt seinem alten Freund den Besuch dreier Weihnachtsgeister an, was dieser natürlich für Unsinn hält. Aber tatsächlich erscheinen die drei angekündigten Geister nacheinander: Der erste ist der Geist der vergangenen Weihnacht, der Scrooge zeigt, wie er früher einmal war, bevor er zu dem wurde, was er jetzt ist. Der zweite Geist, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht, führt den alten Mann zu all den Menschen, die er immer nur benutzt und schlecht behandelt und die es trotzdem nicht aufgeben, immer wieder auf ihn zuzugehen.

Der dritte Geist schließlich, der Geist der künftigen Weihnacht, zeigt Scrooge, wohin ihn der Weg führen wird, wenn er sein Leben nicht schleunigst ändert.

Diese Geistererscheinungen erschüttern Scrooge so nachhaltig, dass er endlich zur Einsicht kommt und nun wirklich und wahrhaftig Weihnachten feiern kann.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Eine uralte Geschichte – sie wurde 1852 zum ersten Mal veröffentlicht – die aber nie an Aktualität verloren hat. Zwar gab es, als Dickens das "Weihnachtslied" schrieb, noch keine Kranken- und Sozialversicherungen, Kinderarbeit war für viele Familien überlebenswichtig, von Urlaub und freien Wochenenden konnte man damals nur träumen. Doch auch auf unsere Zeit ist diese Geschichte durchaus übertragbar – in einer Welt, in der es nur noch um Konsum und Kommerz geht, wo Äußerlichkeiten immer wichtiger werden und man sich immer weniger für seine Mitmenschen interessiert, scheinen die Werte, die dieses Buch vermittelt, elementar zu sein. Dickens hat die Botschaft, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, zwischen Gut und Böse zu wählen, den Verlauf seines Lebens selbst zu bestimmen. Das ist also unbedingt auch ein Bilderbuch für Erwachsene.

Eric Kincaid ist es gelungen, die viktorianische Welt in seinen Illustrationen sehr eindrücklich und auch durchaus humorvoll darzustellen – vor allem Scrooge und die drei Geister sind gut gelungen. Dieses Buch verführt ältere Kinder und auch Erwachsene, in eine vorweihnachtliche Stimmung einzutauchen und mit dem alten Scrooge auf eine bessere Welt zu hoffen...

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