Herr Lehmann

Herr Lehmann

Autor Sven Regener Genre Roman
Verlag Goldmann
ISBN 3-442-45330-5
Erscheinungsdatum (D) 2001   Seiten 284

Inhalt

Frank Lehmann ist 29 Jahre alt, lebt in Berlin-Kreuzberg und wird von seinen Freunden zu seinem großen Missfallen nur Herr Lehmann genannt. Herr Lehmann arbeitet, obwohl er doch jede Menge anderer großer Pläne hatte, seit Jahr und Tag in einer kleinen Kneipe namens „Einfall“. An einem frühen Sonntagmorgen macht sich Herr Lehmann nach seiner Schicht ziemlich betrunken auf den Heimweg – und begegnet einem Hund, der ihm den Weg versperrt. Obwohl Herr Lehmann doch ziemliche Angst vor diesem komischen Hund hat, findet er seine ganz eigene Strategie, um dieses Problem zu bewältigen und landet schließlich doch noch wohlbehalten in seinem Bett.

Doch dies soll nicht das letzte Problem sein, mit dem der geplagte Herr Lehmann sich befassen muss. Denn als er von seiner Mutter mit einem Telefonanruf sehr unsanft geweckt wird, eröffnet ihm diese, dass sie ihn gemeinsam mit dem Vater in Berlin besuchen wolle. Und nun steckt Herr Lehmann in ernsthaften Schwierigkeiten, denn wie um Himmels Willen soll er seinen ahnungslosen Eltern erklären, dass er nicht etwa ein wohlhabender Restaurantbesitzer ist, sondern lediglich ein schlecht bezahlter Barmann in einer heruntergekommenen Kneipe? Just in dieser gelinde gesagt brenzligen Lage schlägt dann auch noch die Liebe zu – und das alles kurz vor Herrn Lehmanns dreißigstem Geburtstag!

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs „Herr Lehmann“ ist ein wirklich amüsantes Buch, das den geneigten Leser ein ums andere Mal zum Lachen bringen wird. Hat doch irgendwie jeder so einen Typen wie Herrn Lehmann in seinem Bekanntenkreis, der während der Lektüre immer wieder vor dem geistigen Auge auftaucht. Die Alltagskomik ist wirklich amüsant und die Charakterzeichnung des irgendwie sympathischen und doch so skurrilen Herrn Lehmann absolut gekonnt.

Dennoch weiß man eigentlich nie so recht, was man denn nun tatsächlich von dieser seltsamen Geschichte halten soll. Wenn Marcel Reich-Ranicki „Herr Lehmann“ als einen „hochbeachtlichen Roman“ tituliert und Hellmuth Karasek gar von einem „kleinen Wunder“ spricht fragt man sich unwillkürlich, ob der Sinn dieses Buches irgendwie an einem vorbeigegangen ist. „Herr Lehmann“ stand wochenlang auf den Spiegel-Bestsellerlisten und wurde mit dem internationalen Buchpreis „Corine“ ausgezeichnet und dennoch weiß man am Ende nicht mehr dazu zu sagen, als dass es ein ganz nettes Buch ist, über das man immer wieder einmal herzhaft lachen konnte...

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