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Effi Briest
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Autor
Theodor Fontane
Genre Roman
Verlag Fischer TB ISBN 3-596-50915-7 Erscheinungsdatum (D) 1895 Seiten 456 |
Inhalt
Effi Briest ist eine siebzehnjährige junge Frau, die ein kindliches Gemüt hat, lebenslustig und verspielt ist. Im späten 19. Jahrhunderts ist es durchaus üblich, dass die Eltern bestimmen, welchen Mann ihre Tochter ehelichen soll. Und so ergeht es auch Effi Briest, die mit dem zwanzig Jahre älteren Geert von Instetten verheiratet wird. Die junge Effi ist in ihrer einseitigen und freudlosen Ehe jedoch so unglücklich, dass sie eine Affäre mit Major von Crampas, einem Bekannten ihres Mannes Geert, beginnt.
Als sie die Affäre nach kurzer Zeit beenden, ahnen Effi und Crampas noch nicht, welche Konsequenzen die Liebelei für beider Leben haben wird...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Fontanes „Effi Briest“ wurde 1895 veröffentlicht. Literarisch war diese Zeit geprägt vom bürgerlichen Realismus, einer Strömung, die vor allem von wirklichkeitsnahen und detailreichen Beschreibungen lebte. Daher ist es einerseits interessant zu erfahren, wie das Leben damals ausgesehen hat, welche Vor- und Nachteile es bereit hielt. Auf der anderen Seite ist es schwer, sich in einen Roman hineinzuversetzen, der vor über 100 Jahren entstanden ist. So muten die vielen Einzelheiten, die den Roman besonders wirklichkeitsnah wirken lassen, für den rasanten Geschmack von heute fast schon zäh an und ziehen die Handlung in die Länge. Auch die Handlungsweise der Figuren dürfte für viele schwer nachvollziehbar sein. Wer also nach Abenteuern und Spannung sucht, wird diese in „Effi Briest“ nicht finden.
Für alle anderen hat diese realistische Nahaufnahme des 19. Jahrhunderts durchaus seinen Reiz, erzählt sie doch von den Bräuchen der Zeit und dem Umgang miteinander in verschiedenen Konfliktsituationen. Für die freiheitsliebende moderne Gesellschaft ist es sicher interessant zu lesen, in welch enges Korsett die Menschen im 19. Jahrhundert gezwängt waren und wie Fontane diese starre Lebensweise zu kritisieren vermochte. Vor allem die Rolle der Frau wird hier beleuchtet, welche Pflichten sie im Alltag zu erfüllen hatte und wie viele Rechte ihr verwehrt blieben.
Für geschichtsbegeisterte Leser ist Fontanes “Effi Briest” also ein Muss, zeigt es doch in kritischer Art und Weise das Miteinander der Gesellschaft.



