Der Glaspalast

The Glass Palace

Der Glaspalast

Autor Amitav Ghosh Genre Roman
Verlag btb
ISBN 3-442-73036-8
Übersetzung Sabine Maier-Längsfeld Erscheinungsdatum (D) 2001   
Erschienen 2000  Seiten 597

Inhalt

Die Saga beginnt 1885 im birmanischen Mandalay: Der Waisenjunge Rajkumar gerät bei einem Aufstand zufällig in den Königspalast und lernt dort Dolly, ein junges Mädchen aus dem Gefolge der Prinzessin kennen. Doch erst einige Zeit später treffen sich die beiden -abermals zufällig- wieder. Die Königsfamilie ist inzwischen in Indien im Exil und Rajkumar arbeitet in dieser Gegend hart, um sich einen großen Traum zu erfüllen. Er kann Dolly dazu überreden, mit ihm mitzukommen und die Königin zu verlassen. Das Glück scheint zunächst perfekt, aber bald wird die junge Familie von neuen Schicksalsschlägen getroffen.

Buchkritik von Johanna Dessecker

Johanna vergibt 5 von 5 Bs Der indische Schriftsteller Amitav Ghosh hat einen wirklich außergewöhnlichen, beeindruckenden Roman über ein faszinierendes Land geschrieben. Die frei erfundene Familiensaga fügt er meisterhaft und historisch korrekt mit der wechselhaften Geschichte Birmas zusammen.
Die Mischung aus Geschichtsschreibung und Fiktion macht den Reiz dieses Buchs aus – man erfährt viel über das Land und gleichzeitig lädt die schöne Geschichte zum träumen ein. Auch sprachlich ist der Roman einfach ein Genuss. Großes Lob gilt hier natürlich auch den Übersetzerinnen. Einige birmanische Begriffe haben sie beibehalten und die Übersetzungen als Glossar am Ende des Buches angehängt. Daneben gibt es noch eine Karte, einen Stammbaum und einige Erläuterungen des Autors um alles noch anschaulicher machen.
Insgesamt ist „Der Glaspalast“ für jeden, der sich gerne an exotische Schauplätze begibt, uneingeschränkt empfehlenswert.

Wissenswertes

Birma heißt inzwischen Burma und wird seit mehr als zehn Jahren von einem Diktator beherrscht. Die rechtmäßig gewählte Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht seitdem unter Hausarrest.
Auch Amitav Ghoshs Arbeit wurde von der Diktatur behindert. So konnte er beispielsweise in seinen Danksagungen die Namen seiner burmanischen Helfer nicht nennen, da sie sonst großer Gefahr ausgesetzt gewesen wären.
Zahlreiche Organisationen setzen sich dafür ein, dass Burma endlich eine Demokratie wird.
Weitere Informationen dazu gibt es auf http://www.burmacampaign.org.uk/

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