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Kommende Buchkritiken
Smaragdvogel
The Linnet Bird
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Autor
Linda Holeman
Genre Historischer Roman
Verlag Bertelsmann ISBN 108530 (Buchnr.) Übersetzung Monika Köpfer Erscheinungsdatum (D) 2005 Erschienen 2004 Seiten 542 |
Inhalt
Liverpool 1823: Die kleine Linney Gow wächst in katastrophalen Familienverhältnissen auf. Ihre Mutter starb schon früh an hohem Fieber und so wird sie von Ram Munt, ihrem Stiefvater, großgezogen. Linneys Schlafplatz befindet sich in der Küche hinter der Kohlekiste und zehn Stunden am Tag, sechs Tage die Woche geht sie in die Buchbinderei um zu arbeiten – für einen Hungerslohn, den sie komplett ihrem Stiefvater abgeben muss.
Im Winter von Linneys elftem Lebensjahr verkauft Ram Munt zum ersten Mal ihren Körper an einen Freier. Damit beginnt Linneys grausamer Weg erwachsen zu werden.
Kalkutta 1839: Aus Linney Gow wurde mittlerweile Mrs. Somers Ingram, die Frau einer der begehrtesten Männer der indischen Kolonie. Nach außen hin sieht alles blendend aus, doch in Wirklichkeit ist Linneys Leben noch immer eine einzige Katastrophe. Als ihr Schiff nach Monate langer Reise am Hafen von Kalkutta anlegte, glaubte Linney endlich ihre Träume erfüllen und die schmerzlichen Erinnerungen an ihre Kindheit vergessen zu können. Doch die Etikette, die in der Kolonie vorgeschrieben sind, erlauben ihr nicht ein unbeschwertes Leben zu führen – Sie muss ihre Herkunft leugnen und ihren wahren Charakter unterdrücken. Keiner darf wissen wer Mrs. Somers Ingram in Wirklichkeit ist.
Buchkritik von Kathrin Lang
„Smaragdvogel“ erzählt eine zutiefst berührende Geschichte. Im ständigen Wechsel zwischen Trauer, Mitgefühl und Freude begleitet der Leser Linney Gow durch ihr Leben. Immer wieder bewundert man das kleine Mädchen und später die erwachsene Frau, die so viel Kraft und Energie besitzt ein solch grausames Leben zu führen. „Smaragdvogel“ scheint nie übertrieben traurig und auch nie übertrieben kitschig zu sein – Es ist jederzeit vorstellbar, dass sich diese Geschichte wirklich einmal so zugetragen hat.
Hinzu kommt, dass „Smaragdvogel“ sehr gut recherchiert ist. Als Leser erfährt man viel über das Leben, das man Mitte des 19. Jahrhunderts geführt hat. Linda Holeman berichtet von der großen Barriere zwischen Reich und Arm, der Ober- und Unterschicht. Sie erzählt von der Rolle der Frau und der - für damalige Zeiten – normalen Tatsache, dass zehnjährige Kinder genötigt wurden zu arbeiten. Ebenso interessant ist die Beschreibung des Lebens in einer indischen Kolonie – Wie die Ureinwohner Indiens von den Engländern unterdrückt und diskriminiert wurden und wie Ehemänner die „feinen Damen“ drillten, damit sie den Vorstellungen einer englischen Lady entsprachen.
