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Kommende Buchkritiken
Wüstenblume
Desert Flower
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Autor
Waris Dirie
Genre Biographie
Verlag Ullstein ISBN 3-548-36591-4 Übersetzung Bernhard Jendricke, Christa Prummer - Lehmair, Gerlinde Schermer - Rauwolf, Barbara Steckhan Erscheinungsdatum (D) 1998 Erschienen 1998 Seiten 280 |
Inhalt
Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Laufstege der Welt - ein Traum. Doch für Waris Dirie ist dieser Traum wahr geworden.
In „Wüstenblume“ berichtet sie von ihrem unglaublichen Leben: Wie sie aus dem afrikanischen Somalia von ihrer Nomadenfamilie flieht, weil ihr Vater sie mit einem alten Mann verheiraten will und wie es sie dann nach London verschlägt, wo sie von einem Agenten zufällig als Model entdeckt wird.
Doch dies ist nicht die ganze Geschichte. Waris Dirie wurde als junges Mädchen in der Wüste einem grausamen Ritual unterzogen, das bei den Nomaden Somalias weit verbreitet ist: Sie wurde beschnitten. Neben den unfassbaren Qualen dieser Prozedur und den lebenslangen Schmerzen hat man sie damit für den Rest ihres Lebens der Möglichkeit jeder sexuellen Empfindung beraubt. So spricht sie in ihrem Buch außerdem über diesen Teil ihres Lebens, der um so mehr erschreckt.
Buchkritik von Karolin Kullmann
Ein außergewöhnliches Buch, das einen so schnell nicht wieder loslässt.
„Wüstenblume“ ist sehr bewegend, behandelt es doch das schockierende Thema der rituellen Beschneidung von Mädchen. Viele Menschen wissen nicht, dass solche grausamen Rituale überhaupt noch irgendwo auf der Welt durchgeführt werden. Waris Dirie macht auf diesen Missstand aufmerksam. Durch “Wüstenblume” lernt man viel dazu, erfährt, wie und warum die Beschneidung durchgeführt wird und welch höllische Qualen die Opfer des Rituals erleiden müssen. Doch Waris Dirie beschränkt sich nicht auf dieses eine Thema. Sie gibt neben den Schmerzen, die sie mit ihrem Heimatland Somalia verbindet, einen faszinierenden und zugleich erschreckenden Einblick in die Lebensweise der somalischen Nomaden. Die unvorstellbare Armut und Ungerechtigkeit, die in Somalia herrscht, steht in extremem Gegensatz zu vielen Ländern Europas und lehrt uns damit eine ganze Menge über Sachverhalte, die oft einfach übergangen oder vergessen werden. Wenn man „Wüsteblume“ gelesen hat, weiß man zum Beispiel die Bedeutung von Wasser, das uns in Deutschland so selbstverständlich erscheint und mühelos überall zu bekommen ist, ganz anders zu schätzen. Für uns wäre es kaum vorstellbar unseren Lebensstandart aufzugeben und ohne materiellen Besitz zu leben. Aber gerade diese Lebensart der Nomaden ist so beeindruckend, wissen sie doch die Natur und zwischenmenschliche Beziehungen so viel mehr zu würdigen als Statussymbole und Geld.
Waris Diries Biographie gibt also nicht nur einen Einblick in das grausame Beschneidungsritual, sondern ist auch ein Appell an unsere Gesellschaft, das Leben auch von anderen Seiten zu genießen und nicht immer nach Besitztümern und Ansehen zu gieren.
Wissenswertes
Waris Dirie leidet noch immer an den Folgen ihrer Beschneidung- körperlich und seelisch. Aus diesem Grund will sie verhindern, dass noch weitere kleine Mädchen ihr Schicksal teilen müssen und kämpft heute als Sonderbotschafterin der UNO gegen die Folter der rituellen Bescheidung, die täglich immer noch 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen.
Waris Dirie hat die Erfahrungen ihres Lebens auch in weiteren Werken beschrieben:
Nomadentochter
Schmerzenskinder
Briefe an meine Mutter

