Die Bibliothekarin

Chut!

Die Bibliothekarin

Autor Jean-Marie Gourio Genre Roman
Verlag List
ISBN 3-612-65029-7
Übersetzung Anja Nattefort Erscheinungsdatum (D) 2000   
Erschienen 1999  Seiten 213

Inhalt

Der junge Fallschirmjäger ist fasziniert, als er die hübsche Bibliothekarin Mathilde zum ersten Mal sieht. Sie sitzt auf einer Parkbank und ist vollkommen vertieft in die Lektüre eines Buches. Er, der so gar nichts mit Büchern am Hut hat, gibt, um Mathilde näher kennen lernen zu können vor, auch ein begeisterter Leser zu sein. Und so erschließt sich nach und nach eine ganz neue Welt mit Kafka, Proust und Dostojewski für den jungen Soldaten.

Buchkritik von Johanna Dessecker

Johanna vergibt 3 von 5 Bs Durch die naiven Augen des Ich-Erzählers, dessen Namen der Leser übrigens nicht erfährt, schildert Gourio alles rund ums Lesen. Da werden Fragen gestellt, wie: Welche Kleidung soll man tragen, wenn man einen Roman von Marguerite Duras liest? Zu welchem Schriftsteller trinkt man Tee und zu welchem einen Milchkaffee? Wie viele Bücher muss man gelesen haben, um sich gebildet nennen zu dürfen?
Anfangs sind diese Überlegungen vielleicht noch interessant und neu, aber nachdem zum dritten Mal fast zwei Seiten mit solchen Fragen voll geschrieben sind, verlieren sie ihren Reiz.
Andererseits ist es großartig, wie Gourio die Reaktionen des Umfelds des Protagonisten auf dessen plötzliches Interesse an Büchern beschreibt. Diese sind allerdings die einzigen Stellen, an denen der Roman lebendig wirkt. Der Rest scheint mir persönlich jedenfalls doch ziemlich gezwungen.
So ist „Die Bibliothekarin“ zwar tatsächlich, wie im Klappentext versprochen, „eine große Hymne auf die Liebe zu Büchern und die Leidenschaft des Lesens“, aber leider auch nicht mehr. Was gefehlt hat, sind, wie bereits gesagt, etwas mehr Lebendigkeit und eine ausgefeiltere Story.

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Kommentare


Kommentare

RedRidingHoodM schreibt am 02.02.12, 17:40
Meiner Meinung nach ist das Buch mit sehr viel Inspiration und Begeisterung geschrieben und ich selber habe es mit solch einem Gefuehl gelesen. Ich muss zugeben am Ende gibt es einen geringeren Reiz und gezwungenes Gefuehl. Doch ich finde er selbst zwingt sich nicht zum Lesen. Einerseits tut er es fuer seine geliebte Mathilde, auf der anderen Seite hat das alles auch etwas mit dem Tod seiner Mutter zu tun, die ebenfalls sehr ineteressiert am Lesen war. Das koennte ebenfalls eine Interpretation sein. Die Lebendigkeit war jedoch immer da, doch koennte es mehr davon geben.
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