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Kommende Buchkritiken
Der Zahir
O Zahir
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Autor
Paulo Coelho
Genre Roman
Verlag Diogenes Verlag ISBN 3-257-06464-0 Übersetzung Maralde Meyer-Minnemann Erscheinungsdatum (D) 2005 Erschienen 2005 Seiten 342 |
Inhalt
Ein berühmter Autor wird damit konfrontiert, dass seine Ehefrau Esther plötzlich und spurlos verschwindet. Er hält alles für möglich: dass Esther entführt wurde, dass ihn demnächst ein Anruf der Erpresser erreichen könnte, dass sie wegen ihrer Kontakte zur Unterwelt des Terrorismus in Schwierigkeiten geraten sein könnte. Nur dass seine Frau ihn womöglich verlassen hat, das zieht er nicht in Erwägung.
Die Erkenntnis, dass Esther sich bewusst an einen Ort zurückgezogen hat, an dem er sie nicht finden kann und dass der junge Mikhail davon weiß, trifft den Mann wie ein Blitz. Das Verschwinden Esthers gerät immer mehr zu einer Obsession, füllt seine Gedanken bis zur Besessenheit aus – Esther wird zu seinem Zahir.
Er beginnt alles daran zu setzten, Esther zu finden und er weiß, dass der Weg dorthin einzig über Mikhail möglich ist. Mehr und mehr beschäftigt er sich mit dem jungen Mann, gerät in Kreise, von denen er nicht einmal wusste, dass es sie gibt, tut bis hin zur Selbstaufgabe alles, um zu Esther zu gelangen. Dabei verliert er immer mehr Marie aus den Augen, die Frau die ihn aufrichtig liebt und die auch er lieben könnte – wenn der Zahir nicht wäre...
Buchkritik von Stefanie Rufle
Ein Buch über die Liebe, über den Alltag in der Ehe, über das, was wirklich wichtig ist, in unserem Streben, uns selber zu verwirklichen, über die Dämonen, die jeder von uns in sich trägt. Coelho gelingt es auch hier wieder, mit schonungsloser Offenheit über die Abgründe der Menschen zu berichten, die es aber ermöglichen, auf steinigen Wegen zu neuer Erkenntnis und Reife zu gelangen. Auch hier muss sein Protagonist erst durch ein tiefes und dunkles Tal gehen, um schließlich neue und unbegrenzte Möglichkeiten zu entdecken.
Beim Lesen kann man sich allerdings in keiner Sekunde des Gedankens erwehren, dass es sich hier um einen stark autobiographisch angehauchten Roman handeln muss. Wenn man die Biographie von Coelho kennt, entdeckt man unendlich viele Parallelen: Der Protagonist ist Schriftsteller, der mit seinen Büchern tausende von Menschen berührt. Er hat schon mehrere gescheiterte Ehen hinter sich. Auch seine Eltern haben sich für ihn einen anderen Beruf erwünscht, als den des Schriftstellers, nämlich den des Ingenieurs. Er war im Gefängnis wegen seiner Überzeugungen und hat weitergekämpft. Und auch er war bei einer Zeitung angestellt und hat diese Anstellung schließlich aufgegeben, um Bücher zu schreiben. Bei diesen vielen Übereinstimmungen will es einfach nicht so recht gelingen, jemand anderem in dem Erzähler zu sehen, als Paulo Coelho selbst.
Bei all der Weisheit, die aus "Der Zahir" spricht, kann man nicht anders, als zu denken, dass Coelho hier sein Ego ausgelebt hat, dass es ihm hauptsächlich darum ging, seine eigene Geschichte zu erzählen. Bei allen Büchern Coelhos findet eine Berührung auf einer ganz besonderen Ebene statt, auf die man bei "Der Zahir" vergeblich wartet.

