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Kommende Buchkritiken
Jane Eyre
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Autor
Charlotte Brontë
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-12540-6 Übersetzung Gottfried Röckelein Erscheinungsdatum (D) 1854 Erschienen 1847 Seiten 654 |
Inhalt
Entgegen ihrer Versprechungen kümmern sich die reichen Verwandten Janes nach dem Tode ihres Onkels nicht weiter um sie, so dass sie eine freud- und lieblose Kindheit bei Mrs. Reed und deren drei verzogenen Kindern hat. Sie wird misshandelt, geschlagen und gedemütigt und alle Schuld wird ihr zugeschoben. Dennoch ist Jane ein aufgewecktes Kind mit einem großen Mundwerk, das einfach nicht ruhig sein will. So eskaliert die Situation und Jane wird in das Internat Lowood gesteckt, was für sie bedeutet, vom Regen in die Traufe zu kommen. Jahrelang erlebt sie hier nichts anderes als zu Hause auch. Doch die Missstände in Lowood fliegen eines Tages auf und die Situation verbessert sich. Fleißig, wie Jane ist, avanciert sie im Laufe der Zeit selbst zur Lehrerin. Doch sie geht noch weitere Wege und bewirbt sich als Gouvernante nach Thornfield. Dort angekommen, verbringt sie vorerst ein ruhiges Leben, bis sie eines Tages den Hausherrn, Mr. Rochester, kennenlernt und sich in ihn verliebt. Doch augenscheinlich hat Mr. Rochester großes Interesse an Ms. Imgram, einer Dame aus feiner Gesellschaft, was Jane zur Verzweiflung bringt. Außerdem passieren des Nachts seltsame, beunruhigende Dinge auf Thornfield, die sich bald zu einem Drama zuspitzen sollen….
Buchkritik von Angelika Koch
Sicherlich ist es in unserer heutigen (meist) emanzipierten Welt nicht so ganz nachvollziehbar, warum dieser Roman unter einem männlichen Pseudonym herausgegeben werden musste und was so aufrührerisch und außergewöhnlich an der Protagonistin Jane war. Doch im Viktorianischen Zeitalter war die Rolle der Frau ganz klar festgelegt. Einer Frau geziemte es nicht, sich selbst Gedanken zu machen und diese dann auch noch selbstbewusst und lautstark zu äußern. Jane personifiziert den Wunsch sicherlich vieler Frauen von damals, aber genau das zu tun. Die Protagonistin hat klare Vorstellungen, Ziele und Ideale und lässt sich von niemandem ablenken. Selbst ihre eigene große Liebe verleitet sie nicht dazu, ihre Wertvorstellungen über Bord zu schmeißen. Sie ist stolz, willensstark und autark. Charlotte Bronte war sicherlich genau solch eine Frau, die nicht in das damalige Weltbild passte. Es wird ihr sogar eine lesbische Beziehung zu einer Freundin nachgesagt, was zu dieser Zeit absolut undenkbar war. Mit Jane Eyre gelang Bronte der literarische Durchbruch, wenngleich die Leserschaft davon überzeugt war, das Buch eines Mannes in den Händen zu halten. Aufgrund der Umstände, unter denen dieses Buch entstand, ist es ein großartiges Werk. Bronte schreibt so, dass man sich als Leser absolut mitgenommen fühlt auf eine Reise in eine Zeit, die heute – Gott sei Dank – zumindest vielerorts nicht mehr vorstellbar ist. Das Buch stimmt einen an vielen Stellen traurig und verzweifelt, dann aber auch wieder hoffnungsvoll und fröhlich. „Jane Eyre“ gehört mit Sicherheit zu den ganz großen Büchern der Weltliteratur, also zu den Werken, die man um der Allgemeinbildung willen gelesen haben sollte.
Wissenswertes
Dieser Roman wurde unter dem Pseudonym Currer Bell veröffentlicht.
Charlotte Bronte ist die erfolgreichere Schwester von Emily Bronte, die das Buch „Sturmhöhe (Wuthering Heights)“ geschrieben hat.

