Wolfswut

Autor: Andreas Gößling
Genre: Thriller
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-52132-8
Erscheinungsdatum (D) 04.01.18 Seiten 526

Wolfswut

Inhalt

Lotte Soltau muss schweren Herzens den Nachlass ihres Vaters auflösen, der gerade gestorben ist. Alle sind untröstlich, war er doch ein durch und durch guter Mensch und bei allen beliebt. Lotte kann den Verlust kaum verschmerzen. Durch Zufall kommt Lotte an einen weiteren Nachlass ihres Vaters – eine Lagerhalle weit draußen im Industriehof Zeppelinpark. Etwas irritiert öffnet sie die Halle und findet lediglich ein paar harmlos aussehende Fässer. Doch der Inhalt zieht der jungen Frau ein für allemal den Boden unter den Füßen weg: Hier sind Leichenteile von jungen Frauen in einer Lösung aufbewahrt worden.
Das ruft Hauptkommissarin Kira Hallstein und ihren jungen Kollegen Max Lohmeyer auf den Plan. Dass dieser Fall von besonderer Brutalität ist, ist allen Beteiligten sofort klar. Was aber noch daraus entsteht und wie nahe er den Ermittlern gehen wird, davon wissen sie noch nichts. Aber alle geraten immer mehr in den Strudel von Ereignissen, die teilweise Jahrzehnte zurückliegen. Was noch erstaunt, ist, dass die Akte so schnell wieder geschlossen werden soll. „Befehl von oben“. Hallstein und Lohmeyer sind aber eigenwillig genug, um nicht lockerzulassen. Sie graben weiter und tiefer und stoßen dabei auf das blanke Entsetzen, aus dem es für beide bald kein Entrinnen mehr gibt...

Buchkritik von Angelika  Koch

Puh. Für dieses Buch eine Bewertung zu schreiben fällt enorm schwer. Dies ist ein True-Crime-Thriller, alles hat also einen wahren Kern. Einiges hat der Autor dazugedichtet – aber ehrlich gesagt, wünscht man sich, dass er so gut wie alles dazugedichtet hätte. Sowas kann doch nicht in der Realität passieren. Oder doch? Gibt es tatsächlich solche Bestien, die als braver Bürger getarnt über Jahrzehnte ihr Unwesen treiben? Ja, das weiß man ja schon, die gibt es. Aber so? So schlimm? So grausam?
Während des Lesens will man das Buch manchmal einfach in die Ecke schleudern, sein Gesicht ins Kissen vergraben und heulen. Dann aber wieder ist der Plot so spannend, so gut konstruiert, so schlicht und packend erzählt, die Protagonisten so authentisch, dass man nicht anders kann, als weiterzulesen. Aber es tut einem nicht gut, das ist eine Warnung an alle, die sich an diese Geschichte wagen wollen. Doch wonach soll man nun beurteilen? Es geht bei Bewertungen nunmal in erster Linie darum, ob ein Buch gut geschrieben ist, ob es den Leser fesselt, ob es authentisch ist. Und wenn diese Punkte mit ja! ja! ja! beantwortet werden können, dann gibt es eben auch eine gute Bewertung. Aber irgendwo, tief im Innern, wünscht man sich, man habe „Wolfswut“ nie gelesen. Hört sich ambivalent an? Ist es auch. Wer mag, kann es ja beim Lesen selbst herausfinden!

Andreas Gößling ist Co-Autor bei Michael Tsokos, der Autor der True-Crime-Thriller "Zerschunden", "Zersetzt" und "Zerbrochen", die ebenfalls auf booksection rezensiert wurden.

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