Die gute Tochter

Autor: Karin Slaughter
Genre: Thriller
Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-95967-110-1
Erscheinungsdatum (D) 03.08.17 Erschienen 2017
Seiten 608
Übersetzung Fred Kinzel

Die gute Tochter The Good Daughter

Inhalt

Charlie Quinn erlebte mit dreizehn ein unvorstellbar grausames Martyrium: Ihre Mutter wurde brutal ermordet, während Charlie und ihre ältere Schwester Sam zuschauen mussten. Ihr Vater, ein mehr als umstrittener Anwalt, der der Grund für den Tod von Charlies Mutter war, kümmerte sich lieber um die Verteidigung der brutalsten Verbrecher der Stadt – und das bis heute. Seit sie denken kann, ist Charlie getrieben von der Erinnerung an jenes traumatische Ereignis in ihrer Kindheit, das ihr ganzes Leben verändert und sie unwiederbringlich geprägt hat.

Heute, achtundzwanzig Jahre später, ist Charlie selbst Anwältin und immer auf der Suche nach Gerechtigkeit. Durch einen unglücklichen Zufall ist sie unmittelbare Zeugin eines Amoklaufs an einer Schule, der ihr alles, was sie eigentlich vergessen wollte, wieder unmittelbar ins Gedächtnis ruft. Charlie argwöhnt ziemlich schnell, dass bei der scheinbar so offensichtlichen Täterin etwas ganz gewaltig nicht stimmt, und bald schon findet sie riesengroße Lücken in den angeblich sorgfältig geführten Ermittlungen. Doch je tiefer Charlie in diesen so emotionalen Fall eintaucht, desto weniger kann sie ihren Empfindungen trauen – denn das Grauen aus ihrer Kindheit kehrt zurück…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit „Die gute Tochter“ hat Karin Slaughter ein echtes Meisterwerk der psychologischen Spannung geschaffen, das seinesgleichen sucht! Fans von Slaughter sind herausragende Thriller gewohnt, die das Genre regelmäßig neu erfinden. Doch „Die gute Tochter“ geht weit über das bisher Dagewesene aus Slaughters Feder hinaus, hat die Autorin hier doch Figuren erschaffen, deren Innerstes derart zerrissen, gequält und geschunden ist, dass das Weiterlesen hin und wieder kaum auszuhalten ist. Karin Slaughter erschafft die unsäglichsten Abgründe und lässt ihre Leser schonungslos in dunkelsten Seelen blicken. Dabei bewegt sie sich virtuos in den unterschiedlichsten Grauschattierungen, vermeidet strikt Schwarz oder Weiß, sondern lässt die vielfältigsten Facetten ihrer Charaktere zum Vorschein kommen. Schuld und Leid liegen ganz dicht beieinander in „Die gute Tochter“, so dass es dem Leser zunehmend schwer fällt, die „Guten“ von den „Bösen“ zu unterscheiden – denn diese Unterscheidung ist weder Sinn noch Ziel dieses vielschichtigen Thrillers.

Vergangenheit und Gegenwart verweben sich auf subtile Weise miteinander in „Die gute Tochter“, und immer wieder sorgt Slaughter für unfassbare Twists, die den Leser in einen fast schon tranceähnlichen Zustand zwischen Hochspannung und Fassungslosigkeit versetzen. Stück für Stück kommen Wahrheiten ans Licht, die so unerwartet sind, dass man sich während der Lektüre ein ums andere Mal neu orientieren muss. Karin Slaughter wartet mit großartig gezeichneten Figuren, spitzfindigen Dialogen und einem einfach nur großartig inszenierten Plot auf und macht „Die gute Tochter“ so zu einer hochpsychologischen Spannungslektüre, die schlicht und ergreifend alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen