Opfermoor

Autor: Susanne Jansson
Genre: Krimi
Verlag: C.Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10336-4
Erscheinungsdatum (D) 12.03.18 Erschienen 2017
Seiten 318
Übersetzung Lotta Rüegger, Holger Wolandt

Opfermoor Offermossen

Inhalt

Die junge Biologin Nathalie kehrt in ihren Heimatort in einem sagenumwobenen Moor im Südwesten Schwedens zurück. Sie will dort einige Zeit verbringen, um Bodenproben für ein Forschungsprojekt zu sammeln. Nathalie wuchs einst mit den Mythen und Schauergeschichten rund um das Moor auf, das in grauer Vorzeit als Opfermoor genutzt wurde. Ihr wurde als Kind von einem spektakulären Moorleichenfund aus der Eiszeit erzählt, und die Legende, hier wären früher Tier-, aber auch Menschenopfer erbracht worden, um das Moor zu befrieden, jagt ihr heute noch Schauer über den Rücken. Nathalies Rückkehr ist deshalb mit gemischten Gefühlen verbunden, denn die Angst, die Gegend könne nach wie vor von unheilvollen Kräften durchdrungen sein, will sie einfach nicht loslassen, sind doch in der Vergangenheit immer wieder Menschen spurlos im Moor verschwunden.

Kurz nach ihrer Ankunft lernt Nathalie einen jungen Studenten kennen, den sie einige Tage später brutal zusammengeschlagen im Sumpf findet. Die Hinweise auf einen Mordversuch verdichten sich, und die Polizeifotografin Maya entdeckt auf einem ihrer Tatortfotos möglicherweise ein entscheidendes Detail. Bald stößt sie auf weitere grausige Funde im Moor, und Nathalie muss erkennen, dass es an der Zeit ist, sich einem traumatischen Ereignis aus ihrer Kindheit zu stellen, um endlich Licht in die Geschehnisse zu bringen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Auch wenn „Opfermoor“ alles zu haben scheint, was einen packenden Spannungsroman ausmacht, will es Susanne Jansson nicht so recht gelingen, ihre Trümpfe so auszuspielen, dass ein stimmiges Gesamtbild entstehen würde. Dabei wäre ein sagenumwobenes, schwedisches Moor doch genau der Schauplatz für einen atmosphärisch dichten Kriminalroman, der den Leser in seinen schaurigen Bann zieht. Doch die Schilderung der mythischen Moorlandschaft und der damit verbundenen Sagen um spurlos verschwundene Menschen und grausige Moorleichen trifft einfach nicht den richtigen Ton und zieht den Leser damit nicht in ihren Bann. Da dieses Moor im Südwesten Schwedens aber der eigentliche Dreh- und Angelpunkt dieses Krimis ist, fehlt es der Geschichte an einem guten Untergrund, auf dem sich ein stimmiger Plot aufbauen ließe.

Auch wenn „Opfermoor“ durchaus über spannende Momente verfügt und den Leser mit seinem Rätsel über spurlos verschwundene Menschen in vielen Sequenzen bei der Stange hält, sind weder die Schauplätze noch die Charaktere wirklich überzeugend gelungen. In der Zeichnung ihrer Charaktere bleibt Jansson eher vage, verleiht ihnen zu wenig Tiefe und lässt aus diesem Grund ihre Beweggründe oftmals im Dunkeln. Auch wenn Susanne Jansson am Ende einiges überzeugend auflösen kann, bleibt doch der eine oder andere lose Faden, der sich nicht stimmig ins Gesamtbild einfügen kann. Alles in allem ist „Opfermoor“ ein ganz passabler Kriminalroman, dem es aber nicht gelingen will, das vorhandene Potential voll und ganz auszuschöpfen.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen