Krokodilwächchter

Autor: Katrine Engberg
Genre: Thriller
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07028-6
Erscheinungsdatum (D) 28.03.18 Erschienen 2016
Seiten 512
Übersetzung Ulrich Sonnenberg

Krokodilwächchter Krokodillevogteren

Inhalt

Im Haus der emeritierten Professorin Esther de Laurenti geschieht ein fürchterlicher Mord: eine ihrer Mieterinnen, die junge Studentin Julie, wird in ihrer Wohnung aufgefunden. Die junge Frau wurde erstochen und von furchtbaren Stichen gezeichnet – der alte Gregers, der ebenfalls in Esthers Haus in der Kopenhagener Innenstadt zur Miete wohnt, findet sie und erleidet noch am Fundort einen Herzanfall. Es ist ein furchtbarer Schock für Esther, die doch so froh gewesen war, das Leben an der Universität endlich hinter sich gelassen zu haben und nun ihren Ruhestand in vollen Zügen genießen zu können. Während Jeppe Kørner und Anette Werner von der Kopenhagener Mordkommission die Ermittlungen aufnehmen, reift in Esther ein schrecklicher Verdacht: Kann es sein, dass Julies Mörder das Manuskript des Kriminalromans, an dem die Professorin gerade schreibt, als Vorbild für seine unmenschliche Tat genommen hat?

Für Jeppe Kørner und Anette Werner ergibt sich hier ein klares Mordmotiv, das Esther de Laurenti in den Fokus ihrer Ermittlungen geraten lässt. Doch noch können sich weder die beiden Ermittler, noch Esther auch nur annähernd vorstellen, mit welch perfidem und diabolischem Spiel sie hier in die Irre getrieben werden – und dass der Täter dieses Spiel noch längst nicht zu Ende gespielt hat…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In ihrem Kopenhagen-Thriller „Krokodilwächter“ stellt die dänische Autorin Katrine Engberg ihre beiden Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner vor und eröffnet damit eine neue Thriller-Serie. Von Anfang an zieht die als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannte Autorin sämtliche Register ihres Könnens und beweist eindrücklich, dass sie es hervorragend versteht, Spannung zu erzeugen. Dabei verliert sie allerdings nie aus den Augen, was ihre Charaktere umtreibt, wo die Motive hinter ihrem Tun sind und was hinter den scheinbar so heilen Fassaden lauert. Die finsteren Abgründe ihrer Figuren, das gefährliche Tier, das unter der Oberfläche lauert sind es, die Katrine Engberg faszinieren – das spricht aus jeder Zeile von „Krokodilwächter“ und macht diesen Thriller zu einem echten Lesegenuss.

Engberg versteht es, die nicht ganz einfache Dynamik zwischen ihren beiden Ermittlern schlüssig zum Leser zu transportieren und dabei noch viele Fragen offen zu lassen. Vor allem Jeppe Kørners Abgründe wecken großes Interesse und laden zum Nachdenken ein, wohingegen Anette Werner noch etwas farblos und ohne spannende Konturen wirkt. Sie ist ein Charakter, der eindeutig noch ausbaufähig ist, und auch hinter Jeppe Kørner lässt sich noch so manches Geheimnis vermuten. Katrine Engberg erzählt in „Krokodilwächter“ eine packende, rätselhafte und auch sehr bewegende Geschichte, die über die Macht von Literatur und Phantasie erzählt und den Leser mit einem außergewöhnlichen Erzählstil von Anfang bis Ende zu fesseln versteht.

"Krokodilwächter" ist der Auftakt einer neuen Kopenhagen-Thriller-Serie.

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