Lied der Weite

Autor: Kent Haruf
Genre: Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07017-0
Erscheinungsdatum (D) 12.01.18 Erschienen 1999
Seiten 377
Übersetzung Rudolf Hermstein

Lied der Weite Plainsong

Inhalt

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Hier lebt die siebzehnjährige Victoria Roubideaux. Als Victoria bemerkt, dass sie schwanger ist, wird sie von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Doch sie ist fest entschlossen, das Kind zu bekommen, auch wenn sie dessen Vater, der längst über alle Berge ist, kaum kennt. Die werdende Mutter weiß nicht, wohin sie sich nun wenden soll und vertraut sich schließlich ihrer Lehrerin Maggie Jones an, bei der sie zunächst unterkommen kann. Auf Maggies Vermittlung hin, nehmen die beiden unverheirateten und etwas verschrobenen Viehzüchter Raymon und Harold McPheron Victoria auf ihrer Farm auf. Obwohl die beiden Brüder mehr Ahnung von Kühen als von Menschen – und insbesondere von werdenden Müttern – haben, erweist dieses Arrangement sich für alle Beteiligten als mehr als glücklich.

Maggie Jones lebt mit ihrem alten Vater zusammen, den sie liebevoll pflegt und mit dessen Schrullen sie Tag für Tag klarkommen muss. Kann es auch für sie und ihren Kollegen Tom Guthrie, der mit seinen beiden Söhnen allein lebt, seit er von deren Mutter verlassen wurde, einen Weg geben, die Einsamkeit und Isolation zu überwinden?

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Kent Haruf (1934 – 2013) verwebt in seinem wohl bekanntesten Roman „Lied der Weite“ das Leben von sieben Menschen in einer Kleinstadt in Colorado auf schicksalhafte Weise miteinander. Auf ergreifende Art nimmt der Autor sich seiner Figuren an, macht deren jeweils ganz eigenes Schicksal für den Leser mit allen Sinnen erlebbar und berührt mit diesen Charakteren auf ganz eigene Weise. Dabei ist es sein fast schon beiläufiger Erzählton, der den Leser einem Sog gleich mit sich zieht und in die Ereignisse dieses Romans eintauchen lässt. Bald schon ist der Punkt erreicht, wo man sich als Leser kaum noch vorstellen kann, dieses Holt in Colorado mit seinen Bewohnern einmal nicht gekannt zu haben und einen das Gefühl beschleicht, diesen Ort am liebsten nie wieder verlassen zu wollen.

„Lied der Weite“ erzählt die zutiefst menschliche und bewegende Geschichte einiger Menschen, die sich in einer Art Zweckgemeinschaft zusammenfinden und in diesem Arrangement das finden, was sie, ohne es zu ahnen, schon lange gesucht haben. Haruf gelingt es, gerade in den Schwächen dieser Protagonisten das zu zeigen, was sie besonders liebenswert und außergewöhnlich macht. Die Liebe begegnet ihnen dort, wo sie es niemals vermutet hätten – und genau das ist es, was diesen Roman zu etwas Magischem und Außergewöhnlichen macht. „Lied der Weite“ nimmt uns mit an einen fiktiven Ort, an den wir wohl freiwillig niemals gegangen wären – und lässt uns am Ende um ein kleines aber feines Stück verändert zurück.

„Lied der Weite“ wurde 2004 mit Aidan Quinn und Rachel Griffith in den Hauptrollen verfilmt.

Die deutsche Erstausgabe erschien 2001 bei btb, München unter dem Titel „Flüchtiges Glück“. Die Übersetzung wurde für die vorliegende Ausgabe durchgesehen.

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