Das Haus der Lügen

Sophie

Das Haus der Lügen

Autor Guy Burt Genre Thriller
Verlag Heyne
ISBN 3-453-43010-7
Übersetzung Uschi Gnade Erscheinungsdatum (D) 2005   
Erschienen 1994  Seiten 272

Inhalt

Mattie und seine zwei Jahre ältere Schwester Sophie verleben eine scheinbar sorglose Kindheit, fast unbeaufsichtigt von irgendwelchen Erwachsenen. Die Mutter interessiert sich kaum für ihre beiden Kinder, verbringt ihre Tage im düsteren Salon, den außer ihr nur selten jemand betritt. Der Vater hat sich abgesetzt, erscheint nur hin und wieder im Haus der Familie und kümmert sich nicht um Frau und Kinder.
So sind Mattie und Sophie ziemlich auf sich allein gestellt, wobei sich Sophie als die Ältere sehr für ihren Bruder verantwortlich fühlt und ihm mehr oder weniger die Mutter ersetzt. Gemeinsam streifen die beiden durch die Wälder rund ums Haus, erkunden einen alten Steinbruch und machen eine verlassene Scheune zu ihrem Versteck. Mattie, der Sophie fast schon abgöttisch liebt, erkennt aber auch, dass seine Schwester beunruhigend intelligent und sehr reif für ihr Alter ist. Ihm ist klar, dass ihre geheimen Tagebucheintragungen nur ein Teil des Geheimnisses sind, das sie vor ihm verbirgt.
Als das neugeborene Baby der Familie plötzlich stirbt und die Mutter mehr und mehr in ihrer eigenen Welt versinkt, beginnt sich auch die Beziehung der beiden Geschwister fast unmerklich zu verändern. Mattie erkennt, dass Sophie alle Fäden in der Hand hält, dass ihre dunklen Abgründe womöglich auf immer sein Leben bestimmen werden.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Ein unglaublich dichtes, düsteres und beunruhigendes Buch! Die Bedrohung ist während des Lesens dauernd spürbar, ohne dass der Leser aber weiß, worin sie eigentlich besteht. Der Wechsel zwischen zwei Personen, die die Geschichte erzählen, macht das Ganze noch verwirrender. Immer wieder hat man beim Lesen eine Vermutung, die sich dann aber doch nicht bestätigt. Dieses Buch lässt den Leser fast bis zum Schluss im Dunkeln, hält ihn in einer permanenten Anspannung. Als sich dann endlich alles zu klären beginnt, ist die Spannung kaum noch auszuhalten, will man nur noch endlich wissen, was denn nun eigentlich vorgefallen ist. Die Auflösung ist so unglaublich, so unerwartet, dass man noch Stunden hinterher darüber grübeln muss, und obwohl die Geschichte beendet ist, ist sie es auch wieder nicht, bleibt doch so manches im Ungewissen.

Faszinierend, welch meisterliche, erschreckende und geniale Geschichte sich Guy Burt, der bei Erscheinen des Buches gerade mal 22 Jahre alt war, hier ausgedacht hat. Eine Geschichte, die fesselt bis zum Schluss und den Leser noch lange danach beschäftigen wird!

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