Zuversicht

Autor: Mira Magén
Genre: Roman
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28151-5
Erscheinungsdatum (D) 09.03.18 Erschienen 2015
Seiten 431
Übersetzung Mirjam Pressler

Zuversicht Achoto schel ha-Nagar

Inhalt

Mit nur 39 Jahren bricht Nava sämtliche Brücken hinter sich ab, gibt ihre Karriere als Innenarchitektin auf, um als Kassiererin in einem Supermarkt zu arbeiten und mietet sich in einer betreuten Wohnanlage für Senioren ein. So verrückt das zunächst klingen mag, so bitterernst ist es Nava mit ihrem Entschluss, rein gar nichts mehr vom Leben zu erwarten, denn schließlich wurde ihr alles genommen, was ihrem Leben Sinn gab: Nava hat ihren kleinen Sohn und ihren Mann durch einen schrecklichen Unfall verloren. In ihrer Verzweiflung hat Nava beschlossen, sich von Gott und dem Leben abzuwenden und sich jeder Zukunft zu verschließen – ihr Leben soll nach dem Unfall unwiederbringlich beendet sein. Inmitten der alten Menschen, die die letzte Station des Lebens erreicht und nichts mehr von diesem zu erwarten haben, fühlt Nava sich am genau richtigen Ort.

Doch obwohl Nava beschlossen hat, sich dem Leben in Zukunft zu verweigern, wollen die Menschen um sie herum sie partout nicht aufgeben. Ihr Bruder Chanan und dessen Frau sind genauso bemüht, Nava zurück ins Leben zu holen, wie einige der Heimbewohner und eine neue Kollegin, der es gelingt, hinter Navas abweisende Fassade zu blicken. So sehr Nava sich bemüht, sich vor der sachte keimenden Pflanze in ihrem Inneren zu verschließen, so wenig wollen das die Menschen um sie herum zulassen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In „Zuversicht“ erzählt Mira Magén eine unglaublich bewegende und hin und wieder zu Tränen rührende Geschichte, die einen genau dort trifft, wo es unfassbar wehtut. Mit ihrer einfühlsamen und doch so wenig pathetischen Art zu erzählen, überzeugt Magén auf ganzer Linie und berührt den Leser mit einer Eindringlichkeit, die kaum in Worte zu kleiden ist. Navas unfassbar traurige Geschichte ist stellenweise kaum zu ertragen, und immer wieder wird man unwillkürlich in den Sog ihrer Trauer hineingezogen. Es gelingt Magén, unglaublich schöne und zugleich das Herz zerreißende Wort zu finden und diesen Roman mit einer Poesie zu ummanteln, die ihm einen ganz besonderen Zauber verleiht. Bei all dem Schrecklichen, was Nava durchleben muss, wirkt das wie Balsam und lässt so etwas wie Hoffnung und Zuversicht wachsen.

„Zuversicht“ erzählt von der sowohl alles zerstörenden, als auch heilsamen Macht des Schicksals und von der ungeheuren Kraft, die Freundlichkeit, Menschlichkeit und Liebe der Trauer entgegenzusetzen haben. Zugleich wird hier aber auch rein gar nichts schöngeredet, Navas Schicksal entblättert sich in seiner ganzen Bitterkeit – und doch kann diese dem Leben ganz und gar abgewandte Frau nicht verhindern, dass ein zarter Hoffnungsschimmer wie ein Sonnenstrahl in ihr Leben zurückkehrt. „Zuversicht“ ist ein zutiefst kraftvoller und berührender Roman, der, wenn man es zulässt, in die tiefsten Ebenen der Seele vordringt und von dort nicht mehr so schnell weichen wird.

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