Housesitter

Autor: Andreas Winkelmann
Genre: Thriller
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-5102-0
Erscheinungsdatum (D) 18.08.17 Seiten 496

Housesitter

Inhalt

Als Thomas und seine Lebensgefährtin Saskia aus dem Urlaub zurückkommen, kommt ihnen alles ein bisschen seltsam vor: Ein fremder Geruch liegt in der Luft, die Möbel stehen nicht mehr so wie vorher und eine leere Ravioli-Dose ziert die Arbeitsplatte in der Küche. Doch bevor die beiden sich über ihre Entdeckungen austauschen können, taucht ein schwerer Schlag auf den Kopf Thomas in Dunkelheit. Als er im Krankenhaus wieder erwacht, erfährt er, dass Saskia spurlos verschwunden ist. Die hiesige Polizei kümmert sich angeblich um den Fall, aber Thomas ist mit ihrer Arbeit unzufrieden und macht sich selbst auf die Suche. Dabei trifft er auf Priska Wagner, die eigentlich in einem anderen Mordfall in einem anderen Landkreis ermittelt, aber Parallelen sieht, die sonst keiner sehen will. Zu dürftig scheinen ihre Ansätze zu sein, aber Thomas greift danach wie nach einem Strohhalm, und gemeinsam machen sie sich an den Fall, auf der Suche nach einem perfiden Mörder, der es nicht nur auf das Töten abgesehen hat, sondern auch auf das Leben seiner Opfer, auf ihre Harmonie, auf ihr Familienleben.
Bei ihrer Suche müssen beide feststellen, dass sie alleine dastehen mit ihren Gedankengängen, aber sie lassen sich nicht davon abbringen, beide sind zäh und unbeirrbar. Und was für alle zuvor unglaubwürdig erscheint, wird bald zur bitteren Wahrheit: Hier handelt es sich um einen Serienmörder und er hat gerade erst angefangen ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Was für eine Geschichte! Das ist mal was anderes. Sowas gab es noch nicht, auch nicht die Art, wie der Autor das Erdachte in Worte fasst. Und das macht das Buch aus. Hier wird geschrieben und erdacht, zusammengefügt und gelöst, dass dem Leser die Zeilen nur so um die Ohren fliegen. Hier ist nichts schwer oder holprig, hier herrscht die Leichtigkeit des unbeschwerten und trotzdem atemlosen Lesens. Wunderbar geschrieben, spannend umgesetzt, gespickt mit Schauermomenten und zusammengehalten von einer schlüssigen Geschichte. Feinste Schriftstellerarbeit.
Priska Wagner ist nun auch mal endlich eine Ermittlerin, die nicht von irgendwelchen Geistern der Vergangenheit geplagt wird, die gesund und heil erscheint und zu ihrem Leben steht. Danke an den Autor, dass auch mal solch eine Heldin erschaffen wurde. Der Leser hat sie langsam leid, all die Geplagten, Traumatisierten. Es gibt sie auch, die unabhängige, starke, autarke Frau, die sich einen Dreck um die Meinung anderer kümmert. Das wurde aber auch mal Zeit.
Und dazu Mordfälle, die erschrecken, weil der Täter nicht nur mordet, sondern versucht, sich das Leben seiner Opfer einzuverleiben. Alptraumhaft die Vorstellung, dass ein Fremder wochenlang in der Wohnung der Opfer wohnt und sich ihr Leben zueigen macht. Das ist ein beklemmendes Gefühl, weckt die Urängste der Leser. Hier hat der Autor einen Nerv getroffen, der sonst verschont bleibt. Winkelmann kann es einfach. Deswegen kurz und bündig: Dies ist ein absolut lesenswertes Buch!

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