Seelenspiel

Autor: Tarryn Fisher
Genre: Thriller
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-31163-2
Erscheinungsdatum (D) 01.02.18 Erschienen 2014
Seiten 409
Übersetzung Christiane Winkler

Seelenspiel Mud Vein

Inhalt

Es ist ein Albtraum, der die Schriftstellerin Senna am Morgen ihres dreiunddreißigsten Geburtstags in Empfang nimmt: Sie wacht in einem ihr völlig fremden Zimmer auf, trägt Kleider, die nicht ihre sind und kann sich nicht daran erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist. Schnell wird ihr klar, dass ihr jemand ein Betäubungsmittel verabreicht haben muss. Zu ihrem Entsetzen sieht sie vom Fenster aus nicht das Großstadttreiben ihrer Heimat Seattle, sondern eine endlose Schneelandschaft. Voller Panik macht Senna sich daran, die Räume ihres Gefängnisses zu erkunden – und findet in einem anderen Zimmer einen geknebelten und gefesselten Mann. Nachdem Senna ihn befreit hat, erkennt sie, dass es sich dabei um Isaac Asterholfer, ihren Arzt handelt. Auch Isaac hat keine Ahnung, wie er hierher gekommen ist und wer ihr Entführer sein könnte.

Doch eines steht ohne jeden Zweifel fest: Senna und Isaac haben keine Chance, aus ihrem Gefängnis zu entkommen! Um sie herum scheint es nichts zu geben, als Massen von Schnee – und es schneit ununterbrochen weiter. Als sie allerdings feststellen, dass ihr Entführer Spuren gelegt hat, wird ihnen klar, dass hier jemand ein bitterböses Spiel mit ihnen treibt. Senna ist von diesen perfiden Spuren zutiefst verstört, muss sie doch erkennen, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss, wollen sie und Isaac eine Chance haben, lebend aus diesem Albtraum zu entkommen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist ein zutiefst verstörender und abgrundtief böser Albtraum, in den Tarryn Fisher ihre Leser mitnimmt – ein Albtraum, der immer diabolischere Formen annimmt und in die finstersten Abgründe ihrer Protagonisten führt. Fast mutet „Seelenspiel“ wie ein Kammerspiel an, beschränken sich die Ereignisse in der Gegenwart doch auf Sennas und Isaacs Gefängnis irgendwo im verschneiten Nirgendwo. Gerade dieser kammerspielartige Charakter vermittelt das Gefühl auswegsloser Isolation, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Es gelingt Fisher, ein Gefühl von Angst und Beklemmung im Leser auszulösen, das mit jeder umgeblätterten Seite stetig ansteigt und bald schon monströse Formen annimmt. Atemlos blättert man eine Seite nach der anderen um, kommt nicht mehr los von diesem grotesken Szenario, das stets noch eine weitere Steigerung des Grauens bereithält. Gemeinsam mit den beiden Protagonisten zerbricht man sich den Kopf darüber, was diesem Albtraum zugrunde liegen könnte – und ahnt bereits, dass des Rätsels Lösung sehr viel komplexer sein muss, als man sich je vorstellen könnte.

Neben diesen atemberaubenden Thrillerelementen entwirft Tarryn Fisher das Psychogramm einer gequälten und auf vielerlei Arten zerstörten Seele, indem sie den Leser Stück für Stück mit in Sennas Vergangenheit führt. Je mehr sie von deren tragischem Schicksal aufdeckt, desto deutlicher wird, dass sich in der Person dieser Figur der Schlüssel zur Wahrheit finden wird. Parallel dazu lässt Fisher diese Erkenntnis auch in Sennas Bewusstsein einsickern – und bringt damit eine einem Erdbeben gleiche Dynamik ins Rollen. Im Verlauf der Geschichte – und vor allem der Rückblicke – steigert sich die Spannung des Plots ins schier Unerträgliche und wartet am Ende mit einem atemberaubenden und zugleich unglaublich emotionalen Finale auf. „Seelenspiel“ ist ein wortgewaltiger und verstörender Debütroman, den man so schnell nicht wieder vergessen wird!

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen