Lost Girls - Was kostet ein Leben?

Autor: Angela Marsons
Genre: Krimi
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06098-1
Erscheinungsdatum (D) 02.11.17 Erschienen 2015
Seiten 509
Übersetzung Elvira Willems

Lost Girls - Was kostet ein Leben? Lost Girls

Inhalt

Es ist ein unmenschlicher Albtraum, dem die Familien von Charlie und Amy ausgesetzt sind: Die beiden Freundinnen verschwinden nach dem gemeinsamen Schwimmtraining spurlos und eine SMS bestätigt, was Amys und Charlies Eltern insgeheim längst vermutet haben. Die beiden Neunjährigen wurden entführt und nur das Elternpaar, das den höchsten Betrag zahlt, wird seine Tochter lebend wieder sehen. Detective Inspector Kim Stone befürchtet das Schlimmste, denn vor einiger Zeit gab es einen ähnlichen Fall – und nur ein Mädchen kehrte damals lebend zu seinen Eltern zurück. Stones Team richtet seine Einsatzzentrale im Haus von Charlies Familie ein und wird Zeuge, wie die beiden Elternpaare sich zunehmend mit Misstrauen begegnen. Alle stellen sich die bange Frage, welches Elternpaar als erstes einknicken und den Entführern ein Angebot machen wird.

Kim Stone ist sich nur zu bewusst, dass die Uhr unerbittlich tickt und mit jeder verstreichenden Stunde die Chance sinkt, beide Mädchen heil aus den Händen der Entführer zu befreien. Stones Team ermittelt unter Hochdruck, doch fast sieht es so aus, als wären die Entführer ihnen stets einen Schritt voraus. Dieser Fall entwickelt sich fast unmerklich zu Kim Stones ganz persönlichem Armageddon, denn wenn sie versagt, wird das zumindest eines der beiden Mädchen mit ihrem Leben bezahlen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Bereits in den beiden vorangegangenen Fällen Kim Stones „Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?“ und „Evil Games – Wer ist ohne Schuld?“ bekam der Leser eine Ahnung davon, welch gewaltiges Potential in den Tiefen dieser ungewöhnlichen Hauptfigur stecken könnte. Bereits in „Evil Games“ wurde deutlich, dass es hier noch so manche außergewöhnliche Facette zu entdecken geben würde, was sich in Angela Marsons’ neuem Kriminalroman nun vollends bestätigt. Fast scheint es, als würde Kim Stone hier nun endlich ihr wahres Gesicht zeigen – in einem Fall, der auf schmerzhafte Weise die alten Wunden ihrer eigenen Kindheit wieder aufzureißen droht. Angela Marsons versteht es auf äußerst einfühlsame Weise, die weichen, verborgenen Seiten dieser nach außen so tough wirkenden Protagonistin durchklingen zu lassen und den Leser damit bedingungslos auf ihre Seite zu ziehen.

Der Fall, mit dem Stone in „Lost Girls – Was kostet ein Leben?“ konfrontiert wird, ist derart perfide und abgrundtief verwerflich, dass es stellenweise kaum zu ertragen ist. Die Spannung, die von der ersten Seite an beinahe körperlich spürbar ist, steigert sich mit jeder weiteren Seite und nimmt dem Leser dabei förmlich die Luft zum Atmen. Immer wieder wird man mit der Frage konfrontiert, wie man selber handeln würde, wäre das eigene Kind betroffen. Marsons versteht es, mit den Ängsten des Lesers zu spielen, ihm immer neue Brocken hinzuwerfen und ihn damit in einen Sog aus Spannung, Angst und Wut zu ziehen. „Lost Girls – Was kostet ein Leben?“ ist zweifelsohne Kim Stones bisher gelungenster Fall – hier bekommt der Leser einen Krimi präsentiert, der von Anfang bis Ende stimmig und atemberaubend spannend ist.

DI Kim Stone ermittelt in folgenden Fällen:
Silent Scream - Wie lange kannst du schweigen?
Evil Games - Wer ist ohne Schuld?
Lost Girls - Was kostet ein Leben?

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