Romeo oder Julia

Autor: Gerhard Falkner
Genre: Roman
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-1358-3
Erscheinungsdatum (D) 01.09.17 Seiten 272

Romeo oder Julia

Inhalt

Kurt Prinzhorn hat ein äußerst merkwürdiges Erlebnis, das er weder verstehen kann, noch einer ihm bekannten Person zuzuordnen weiß: Während eines Schriftstellertreffens in Innsbruck wird offensichtlich in das Hotelzimmer des Autors eingebrochen, denn in der Badewanne finden sich Spuren, für die es keine vernünftige Erklärung gibt. Obwohl Prinzhorn zunächst glaubte, es sei nichts entwendet worden, muss er kurz darauf feststellen, dass ein Schlüsselbund, an dem sich seine sämtlichen Schlüssel befinden, fehlt. Doch weder die hinzu gerufene Polizei noch der Hoteldirektor scheinen dem Autor Glauben zu schenken, der aufgrund des fehlenden Schlüsselbundes nun erhebliche Schwierigkeiten auf sich zukommen sieht.

Während Prinzhorns Aufenthalt in Moskau einige Tage später kommt es erneut zu unerklärlichen Ereignissen, die sich auf seiner Reise nach Madrid noch zu potenzieren scheinen. Prinzhorn ist sich inzwischen ziemlich sicher, von einer Frau verfolgt zu werden, die es aus ihm nicht greifbaren Gründen auf ihn abgesehen zu haben scheint. Doch dann beginnt sich durch einen Zufall der Vorhang des Vergessens etwas zu lichten und der Autor wird an ein Ereignis erinnert, das ihn weit in die eigene Biographie zurückführt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Bereits auf der ersten Seite von „Romeo oder Julia“ wird deutlich, dass dies kein Roman ist, den man mal eben schnell durchlesen kann, sondern der vielmehr dazu einlädt, ihn in vollen Zügen zu genießen. Gerhard Falkners außergewöhnlicher Erzählstil spricht sämtliche Sinne des Lesers an was zur Folge hat, dass man sich immer wieder dabei ertappt, einen besonders gelungenen Satz noch ein zweites oder drittes Mal zu lesen und ihn sich förmlich auf der Zunge zergehen zu lassen. Ebenso wie Falkners Sprache, sind auch seine Charaktere, allen voran Kurt Prinzhorn, eine echte Offenbarung. Prinzhorns Geschichte ist zugleich aberwitzig und unheimlich, wird einem als Leser doch nur ganz allmählich klar, was hinter diesem beängstigenden Stalking steckt. Ebenso wie Prinzhorn tappt man selber die längste Zeit über im Dunkeln und bekommt vom Autor immer gerade genug kleine Happen zugeworfen, um die Spannung zu halten.

Mit sicherer Hand führt Gerhard Falkner seine Leser durch seine Geschichte, in der sich immer wieder Anspielungen auf große literarische Werke finden. Dabei bedient er sich Elementen aus der Kriminalliteratur und Schauerromanen und schafft damit einen klug erzählten, durch und durch stimmigen und ungemein fesselnden Roman, bei dem von Anfang bis Ende alles bis ins Detail passt.

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