In der Tiefe

Autor: Elizabeth Heathcote
Genre: Thriller
Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-29202-4
Erscheinungsdatum (D) 14.08.17 Erschienen 2016
Seiten 384
Übersetzung Stefanie Fahrner

In der Tiefe Undertow

Inhalt

Obwohl Carmen mit Tom überglücklich ist, schwebt dessen frühere Beziehung mit Zena wie ein dunkler Schatten über ihrem gemeinsamen Glück. Vom ersten Moment an hat Tom kein Geheimnis daraus gemacht, dass Zena, in die er sich damals Hals über Kopf verliebte, seine große Liebe war. Mit ihr zusammen hat er sich ein idyllisch gelegenes Ferienhaus am Strand gekauft – an dem Strand, an dem sie dann ertrunken aufgefunden wurde. Denn eines Nachmittags ging Zena im Meer schwimmen und kehrte nicht mehr zu Tom zurück. Und obwohl Carmen sich einzureden versucht, das wäre alles längst Vergangenheit, ist Zenas Anwesenheit doch überall in dem kleinen Ferienhaus spürbar.

Während eines Aufenthalts in dem kleinen Ort am Meer wird Carmen dann allerdings mit einer Tatsache konfrontiert, die ihr Bild über den Mann, den sie bedingungslos liebt, gehörig ins Wanken bringt. Ein Fremder verrät ihr, dass die Polizei Zenas Tod damals für Mord hielt – und dass Tom als Verdächtiger galt. Dieses Detail hatte Tom ihr bisher verschwiegen – und es soll nicht die letzte schockierende Nachricht über ihn sein, mit der Carmen sich auseinandersetzen muss. Bald schon fragt sie sich, wer der Mann, den sie in- und auswendig zu kennen glaubte, in Wahrheit ist…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Elizabeth Heathcotes Thriller „In der Tiefe“ liegt ein äußerst beliebtes Motiv zugrunde, dem sich viele Geschichten dieses Genres bedienen: Eine Frau wird damit konfrontiert, dass Dinge über die Vergangenheit ihres Mannes ans Tageslicht kommen, die sie zunehmend an seiner Redlichkeit zweifeln lassen. Auch wenn diese Thematik weiß Gott keine neue ist, entbehrt sie doch nicht eines gewissen Reizes, der Garant für eine spannende Lektüre sein könnte. Dass das in diesem Psychothriller nur bedingt der Fall ist, liegt wohl in erster Linie daran, dass die weibliche Protagonistin Carmen zum einen nicht sonderlich sympathisch ist und ihre Handlungen zum anderen nur teilweise nachvollziehbar erscheinen. Es gelingt Heathcote nicht, mit ihrer Charakterzeichnung vollständig zu überzeugen, was durchaus Auswirkungen auf die an und für sich klug konstruierte Geschichte hat.

Auch wenn die Autorin durchaus für Spannung zu sorgen versteht und den einen oder anderen raffinierten Twist in die Handlung eingebaut hat, fehlt der Geschichte doch eine gewisse Tiefe, die die Abgründe ihrer Figuren so richtig zur Geltung bringen würde. Leider dümpelt dieser Thriller zu sehr an der Oberfläche dahin, sorgt insgesamt zu wenig für wirklich schockierende Wendungen und überrascht unterm Strich an zu wenigen Stellen. „In der Tiefe“ ist daher ein eher mittelmäßiger Psychothriller, der sein Potential nicht vollends ausschöpfen konnte.

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