Gwendys Wunschkasten

Autor: Stephen King
Genre: Roman
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43925-2
Erscheinungsdatum (D) 09.10.17 Erschienen 2017
Seiten 128
Übersetzung Richard Chizmar

Gwendys Wunschkasten Gwendy's Button Box

Inhalt

Gwendy ist zwölf Jahre alt und lebt in der kleinen Stadt Castle Rock in Maine. Als ihr ein schwarz gekleideter Unbekannter mit einem kecken Hütchen auf dem Kopf einen Holzkasten mit den unterschiedlichsten Schaltern und Hebeln schenkt, weiß Gwendy zunächst nicht so recht, was es mit diesem seltsamen Geschenk auf sich hat. Die Schokoladentierchen allerdings, die auf Knopfdruck aus dem Kasten kommen, schmecken ihr unglaublich gut und lassen sie sich auch sofort besser fühlen, als je zuvor. Der Fremde macht Gwendy deutlich, dass der Wunderkasten keinesfalls in falsche Hände geraten darf, weshalb sie ihn auch vor ihren Eltern versteckt hält. Nach und nach beginnt Gwendy, die unterschiedlichen Schalter und Knöpfe auszuprobieren, ahnt aber instinktiv, von welchen von ihnen sie lieber die Finger lassen sollte. Von nun an verändert sich Gwendys Leben von Grund auf, sie wird genau zu dem Menschen, der sie schon immer sein wollte. Doch in den tiefsten Abgründen ihrer Seele ahnt Gwendy, welch hohen Preis sie einst für dieses so perfekte Leben wird zahlen müssen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Versierte Stephen King-Leser werden den Schauplatz dieser Geschichte, das kleine Städtchen Castle Rock in Maine, natürlich sofort wieder erkennen und seine unheilvolle Geschichte unweigerlich mit der der jungen Gwendy in Zusammenhang bringen. Wer Stephen King kennt, weiß von der ersten Seite an, dass diese scheinbar so harmlose Erzählung von Gwendy und dem geheimnisvollen Fremden unweigerlich in einer Katastrophe münden muss. King und sein Co-Autor Richard Chizmar verstehen es, das Grauen, das unter der Fassade von Gwendys immer perfekter werdendem Leben lauert, gerade mal so anzudeuten, dass im Kopf des Lesers ganz eigene Horrorszenarien entstehen.

Zugleich stellen die beiden Autoren die Frage in den Raum, wie erstrebenswert es tatsächlich ist, sich die Erfüllung all seiner Wünsche herbeizusehnen. Denn in dem Maße, in dem Gwendy allmählich immer mehr dem Menschen gleicht, der sie unbedingt immer sein wollte, scheint sie Stück für Stück ihre eigene, ganz individuelle Persönlichkeit zu verlieren. Am Ende kommt es, wie es bei Stephen King nun einmal kommen muss, und unweigerlich beginnt man seine eigenen Wünsche und Träume zu hinterfragen. „Gwendys Wunschkasten“ ist eine nachdenklich stimmende und routiniert erzählte Parabel, die den Leser mit mehr als einer Erkenntnis zurücklässt.

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