Die Kinder

Autor: Wulf Dorn
Genre: Thriller
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-27094-7
Erscheinungsdatum (D) 04.09.17 Seiten 320

Die Kinder

Inhalt

Der Anblick, der sich den Rettungskräften, die zu einem Unfall auf einer abgelegenen Bergstraße gerufen wurden, bietet, ist alles andere als angenehm: Im Wagen befindet sich die völlig verwirrte und orientierungslos erscheinende Laura Schrader, im Kofferraum finden die Retter eine grausam zugerichtete Leiche. Der Mann hingegen, der den Unfall gemeldet hat, ist spurlos verschwunden. Wie sich herausstellt, ist Patrick Landers sogar Laura Schraders Ex-Schwager – und nicht nur er ist nicht mehr auffindbar, sondern sämtliche Bewohner des in Unfallnähe gelegenen Dorfes. Da die Geschichte, die Laura Schrader dem ermittelnden Beamten Frank Bennell erzählt, für den völlig wirr klingt, zieht er den Psychologen Robert Winter hinzu.

Doch auch ihm gelingt es nicht, einen logischen Zusammenhang in den Erzählungen der verstörten Frau zu finden. Ihre Geschichte klingt auch in den Ohren des Psychologen derart unglaublich, dass er tatsächlich an Lauras Verstand zu zweifeln beginnt. Doch da sowohl Landers als auch die Dorfbewohner nach wie vor verschwunden bleiben, muss es ihm einfach gelingen, irgendwo im verzweigten Labyrinth von Lauras Erzählungen die Wahrheit zu finden. Allmählich beginnt Robert Winter zu begreifen, dass die Gefahr, vor der Laura ihn verzweifelt zu warnen versucht, seine schlimmsten Vorstellungen übertrifft…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Das Szenario, das Wulf Dorn in seinem psychologischen Thriller „Die Kinder“ entwirft, ist zugegebenermaßen beklemmend. Sämtliche Bewohner eines Dorfes verschwinden auf unerklärliche Weise, und Kinder scheinen plötzlich in telepathischem Austausch zu stehen und Ereignisse voraussehen zu können. Routiniert führt der Autor seine Leser durch diese unheimlich anmutende Geschichte, der aber trotz allem das gewisse Etwas fehlt. Das mag an den Charakteren liegen, die etwas eindimensional wirken und deren Handeln man auch nicht immer ganz nachvollziehen kann. Möglicherweise hat es auch damit zu tun, dass sich im Verlauf der Handlung die eine oder andere Unglaubwürdigkeit einschleicht, die den Leser etwas von der Geschichte entfremdet.

Fakt ist, dass „Die Kinder“ ein solide erzählter Thriller ist, der mit seinem atmosphärisch dichten Plot zu punkten weiß. Doch mehr und mehr verliert man beim Lesen die Aufmerksamkeit, ist nicht mehr ganz bei der Sache und verliert zunehmend den Kontakt zu den Figuren. Das ist besonders deshalb bedauerlich, weil Wulf Dorn ein wirklich überzeugender und fesselnder Beginn dieser Geschichte gelungen ist, die dann allerdings zusehends in eine gewisse Austauschbarkeit abgleitet. So ist „Die Kinder“ am Ende ein nur mittelmäßiger Thriller, der ganz viel Potential verschenkt hat.

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