Oskar

Autor: Max Bronski
Genre: Krimi
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-30610-9
Erscheinungsdatum (D) 01.12.17 Seiten 400

Oskar

Inhalt

Als Oskar erwacht, kann er sich an rein gar nichts erinnern: weder an seinen Namen oder seine Herkunft und schon gar nicht daran, wie er in diese hölzerne Kiste geraten ist. Schnell wird ihm klar, dass er sich in einem Sarg befindet und der Wagen, der durch die Straßen holpert, ihn direkt ins Krematorium bringen soll. Nachdem er sich aus seinem hölzernen Gefängnis befreit hat, fallen ihm die zwei weiteren Särge auf, in denen sich offensichtlich Leidensgenossen von ihm befinden. Aus den Papieren, die sich auf seinem Sarg befinden geht hervor, dass es sich bei ihm um eine „Person ohne Identität“ handelt. Beim nächsten Stopp gelingt es Oskar, sich aus dem Leichenwagen zu befreien, und plötzlich steht er, mehr als leicht bekleidet, inmitten Münchens Englischem Garten. Zu Oskars Glück ist es Sommer und im Englischen Garten herrscht reger Betrieb, so dass er in seinem seltsamen Outfit nicht weiter auffällt. Ziemlich ratlos, wohin er sich nun wenden soll, lediglich mit den Papieren seines Leidensgenossen aus dem Nachbarsarg versehen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf die seltsamen Stimmen in seinem verwirrten Kopf zu verlassen. Während Oskar immer wieder auf hilfsbereite Menschen trifft, die bereit sind, ihm in seiner misslichen Lage weiterzuhelfen, stellt sich nur zu bald heraus, dass die geliehene Identität aus dem Nachbarsarg ihn in mehr als üble Schwierigkeiten bringen könnte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist schon eine durch und durch sympathische und zugleich völlig verwirrte Hauptfigur, die Max Bronski uns mit diesem Oskar präsentiert, eine Hauptfigur, die mit ihren seltsamen und zugleich fast schon philosophischen Gedanken für Heiterkeit und tiefe Nachdenklichkeit beim Leser sorgt. Die Geschichte, die Bronski sich für seinen Protagonisten erdacht hat, erscheint zunächst etwas hanebüchen, entwickelt aber zusehends eine Eigendynamik, der man sich nicht mehr so leicht entziehen kann. Da wacht ein offenbar Scheintoter halbnackt in einem Sarg auf, kann gerade noch dem grausamen Schicksal der Einäscherung entfliehen und muss verzweifelt feststellen, dass er weder weiß, wer er eigentlich ist, noch, wie er in diese missliche Lage geraten ist. Aus diesem an und für sich schon originellen Grundthema entwickelt Bronski einen aberwitzigen Krimi, in dem die italienische Mafia ebenso ihre Finger im Spiel hat, wie ein militanter Naturschützer.

Voller Leichtigkeit lässt Max Bronski seine philosophischen Betrachtungen in diese sympathische Geschichte einfließen, die sich zusehends zu einer Art Selbstfindungstrip Oskars entwickelt. Denn in immer kürzer werdenden Abständen kehrt nach und nach seine Erinnerung zurück, die ihm zeigt, wer er einmal war – und die unwillkürlich die Frage aufwirft, wer er in Zukunft gerne sein möchte. In einem völlig entspannten Erzählstil lässt Max Bronski seine Leser an einer aberwitzigen und fast schon magischen Geschichte teilhaben, die mit einer absolut liebenswerten Hauptfigur alles richtig macht.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen