QualityLand

Autor: Marc-Uwe Kling
Genre: Roman
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3550050237
Erscheinungsdatum (D) 22.09.17 Seiten 384

QualityLand

Inhalt

Come to where the quality is! Come to QualityLand!
In der Zukunft wird alles einfacher und besser. Die Algorithmen in Qualityland haben unser Leben komplett durchoptimiert und sogar das lästige Treffen von Entscheidungen übernehmen sie für uns. Man muss nur noch eine simple Antwort kennen und die lautet: OK. Egal ob es nun um Bestellungen geht, den optimalen Partner fürs Leben oder den richtigen Arbeitsplatz.

Absolut unschlagbar ist, dass man sich im Grunde gar keine Gedanken mehr machen muss. Denn die Algorithmen wissen, was man will. Sogar noch bevor man es selbst weiß. Alles ist zu unserem eigenen Besten vernetzt und das ist gut so! Partnerbörse, Arbeitsmarkt, Freizeitgestaltung. Alles greift nahtlos in einander und ist dank vertrauenswürdiger und fortschrittlicher Firmen wie TheShop, Everybody oder QualityPartner immer auf dem besten Stand der Technik.

Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht in Ordnung ist. Woher kommt diese Drohne, die Flugangst hat oder das selbstfahrende Auto, das den Weg nicht kennt? Warum gibt es Kampfroboter mit posttraumatischen Belastungsstörungen? Könnte es sein, dass die Maschinen am Ende menschlicher werden, als die Menschen selbst?

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Mit der Känguru-Trilogie hat sich Mark-Uwe Kling nicht nur quasi unsterblich gemacht, sondern die Messlatte für alles was danach kommt auch ordentlich hoch hinauf gelegt. Nun zieht er mit der Zukunftssatire „QualityLand“ nach und beschert uns damit eine Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung, die so klug wie bissig ist. Beißender Sarkasmus trifft hier auf eine pointierte Vision für unsere Gesellschaft. Das ist absolut unterhaltsam und gleichzeitig macht es nachdrücklich nachdenklich. Es geht um Digitalisierung, Personalisierung, den Wahnsinn des „Bewertens“, die unstillbare Gier nach Reichtum und die Trägheit des Volkes, das still hält, wenn es nur konsumieren kann. Die Herrschaft der Algorithmen scheint oft nur einen Klick entfernt.

„QualityLand“ schafft den Spagat zwischen humorvoller, intelligenter Unterhaltung und treffender Gesellschaftskritik. Während dem Lesen kann man sich hier köstlich amüsieren: über spitz formulierte Dialoge und viele skurrile Einfälle, die Kling so witzig und mit Lässigkeit in eine kurzweilige Geschichte verpackt. Und die er bis in die letzte Auswirkung konsequent zu Ende denkt. So groß die Unterhaltung, so groß daher auch der Nachhall, denn nicht wenige Aspekte von Klings Buch sind heute schon greifbarer als einem beim genauen Nachdenken lieb sein kann.

Irgendwo zwischen Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ und dem „Känguru“ nimmt diese dystpische Satire uns von der ersten Zeile mit in eine Welt, die bei aller Überzeichnung an vielen Stellen doch eine erschreckend hohe Wahrscheinlichkeitsquote hat. Werden die Maschinen irgendwann die humaneren Menschen sein? Fans von den Geschichten des Schnapspralinen liebenden Kängurus kommen hier dank einiger geschickt eingeflochtener Verbindungen übrigens genauso auf ihre Kosten, wie alle die Marc-Uwe Kling mit „QualityLand“ das erste Mal für sich entdecken.


Ob Peter Arbeitsloser, Pink, Kalliope, Mickey und Romeo den gleichen Kultstatus erlangen werden, wie das Beuteltier, Helga oder der Kleinkünstler bleibt abzuwarten. Ein vielversprechender Anfang ist aber schon einmal gemacht!

Marc-Uwe Kling über die zwei Versionen seines neuen Buches:

"Da sich mein neues Buch viel um Personalisierung und ihre Absurditäten dreht, kam mir schon früh die Idee, diese Personalisierung auch dem Roman selbst angedeihen zu lassen. Deshalb gibt es zwei unterschiedliche Ausgaben. Zwischen den eigentlichen Kapiteln, die in beiden Ausgaben identisch sind, befinden sich Empfehlungen, Nachrichten und Werbung, die voneinander abweichen. Es muss jedoch kein Leser Angst haben, etwas zu verpassen. Am Ende des Romans findet sich ein Link, der zu den Unterbrechungen der jeweils anderen Ausgabe führt. Man muss das Buch also nicht doppelt kaufen, um alles lesen zu können."

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