Stimme der Toten

Autor: Elisabeth Herrmann
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-313914
Erscheinungsdatum (D) 14.08.17 Seiten 544

Stimme der Toten

Inhalt

Judith Kepler ist Tatortreinigerin, ein Cleaner. Auch dort, wo Menschen gewaltsam zu Tode kommen, wie zum Beispiel jetzt: In einer großen, bedeutenden Bank ist ein Angesteller vom siebten Stock in das Atrium gestürzt. Angeblich war es Selbstmord. Doch noch bevor Judith überhaupt mit ihrer Arbeit anfängt, entdeckt sie verdächtige Spuren, die sie natürlich meldet. Und schon ist sie mittendrin in einem mehr als verwirrenden Fall von Spionage, Demontage und Mord. Dabei trifft sie auch auf einen Mann, der sie völlig verwirrt: Bastide Larcan.
Auch wenn es das Letzte ist, was Judith will, es lässt sich nicht vermeiden, dass sie erneut in den Strudel der Ereignise ihrer eigenen Vergangenheit gerät, einer Vergangenheit, die sie bis heute nicht loslässt und ihr komplettes Leben beeinflusst. Dummerweise weiß Larcan sehr viel darüber und erwischt sie an ihrem wunden Punkt, um sie zu einem lebensgefährlichen Deal zu zwingen. Mehr und mehr stellt sich für Judith heraus, dass Larcan mehr ist als nur jemand, der viel über sie weiß. Doch bis sie endlich Antworten auf ihre Fragen bekommt, muss sie sich auf den Deal einlassen...

Buchkritik von Angelika  Koch

Elisabeth Herrmann ist eine herausragende Autorin. Umso schwerer fällt es, ein Buch von ihr nicht in den Himmel zu loben. Meist gibt sie mehr als genug Anlass dafür, dass Kritiker in wahre Lobeshymnen ausbrechen. Doch leider, leider kann dies bei dieser Geschichte nicht geschehen. Das tut dem Kritiker, dem Leser selbst weh, denn auch bei „Stimme der Toten“ ist ganz klar eine ausgezeichnete Recherchearbeit im Milieu der Spionage und Gegenspionage spürbar. Frau Herrmann hat sich offensichtlich wieder größte Mühe gegeben und sich mit dem Thema detailliert auseinandergesetzt. Doch genau das ist nun auch der Schwachpunkt des Plots. Als Spionage-Laie fällt es enorm schwer, den Geschehnissen und den vielen Erklärungen, Wendungen und Verzweigungen zu folgen. Oftmals durchschaut man noch nicht einmal verschiedene Konversationen, Bemerkungen oder Verbindungen. Das ist leider ziemlich anstrengend und dabei bleibt das Lesevergnügen einfach auf der Strecke. Auch wenn die Protagonisten sehr gut gezeichnet sind, die Handlung selbst ist zu oft verwirrend und unschlüssig, die Spannung stellt sich partout nicht ein, der Roman bleibt zwar sehr inhaltsschwanger, gerade aber das ist an einigen Stellen schlicht zu viel.
Sicherlich wird Judith Kepler dem Leser erhalten bleiben, die Zeitspanne zwischen den beiden Büchern um diese Protagonistin lag allerdings jetzt schon bei sechs Jahren. Vielleicht hat Elisabeth Herrmann geahnt, dass sie sich schwertun wird mit einer Fortsetzung.

Von Judith Keplers Schicksal handeln folgende Bücher:
Zeugin der Toten
Stimme der Toten

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen