Hölle auf Erden

Autor: Steve Mosby
Genre: Thriller
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-305577
Erscheinungsdatum (D) 02.05.17 Erschienen 2015
Seiten 432
Übersetzung Ulrike Clewing

Hölle auf Erden I Know Who Did it

Inhalt

Detective Mark Nelson soll einen mehr als merkwürdigen Fall untersuchen: Eine mit Schnittwunden übersäte Frau taucht in Krankenhauskleidung in einer Einkaufsstraße auf. Sie ist zwar völlig verwirrt, behauptet aber steif und fest, Charlotte Matheson zu sein. Prekär dabei ist, dass diese bereits vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Auch als sich ihre Verwirrung legt, bleibt sie bei dieser Behauptung und ergänzt, sie sei aus der Hölle zurückgekehrt. So sehr alle an dieser Aussage zweifeln, Nelson ist sich nicht sicher, ob es sich hier nur um die Worte einer völlig Verwirrten handelt. Zu allem Überfluss kommen bei ihm die eigenen Schatten der Vergangenheit hoch, die ihn nie ganz losgelassen haben.
Detective David Groves wiederum hat seinen kleinen Sohn vor vielen Jahren verloren – an einen grausamen Killer. Immer noch hält Groves an seinem Glauben fest und versucht, sein Leben im Griff zu behalten. Doch jedes Jahr – pünktlich zum Geburtstag seines Sohnes – erhält er höhnische, gemeine Briefe von Menschen, die sich an seinem Leid ergötzen. Dieses Jahr jedoch bringt ein Brief ihn völlig aus dem Lot: „Ich weiß, wer es getan hat“ steht darauf. Und diese Karte ist nicht an ihn, sondern an seinen Sohn gerichtet. Auch Groves steht bald vor dem Abgrund, der direkt in die Hölle führt...

Buchkritik von Angelika  Koch

Spannend, spannend, spannend. Und noch mal spannend. Das ist diese Geschichte auf jeden Fall. Sie zwingt den Leser dazu, durch dieses Buch hindurchzuhecheln, bar jeder Vernunft die Nächte durchzulesen und kaum dabei Luft zu holen. Das ist nicht übertrieben. Es lohnt sich für jeden Thrillerfan, sich auf diesen Plot einzulassen. Und mehr noch: Zwei verschiedene Erzählstränge werden hier so konsequent erzählt und schlussendlich völlig überraschend miteinaner verwoben, treffen aufeinander, verschmelzen zu einer Einheit und führen dann zu einem fulminanten Finale. Auch wenn eben dieses Finale doch ein bisschen übertrieben anmutet, das macht dann auch nichts mehr, denn auf der anderen Seite wundert den Leser ebensolcher Literatur angesichts der heutigen Tatsachenberichte in den Medien eigentlich gar nichts mehr. Selbst so etwas könnte sein, so ähnlich hat man es auch schon in der Presse gehört oder gelesen. Hier jedoch soll alles nur dazu dienen, den Leser zu unterhalten. Und das gelingt Steve Mosby über die Maßen gut.
Die beiden Protagonisten haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen – so wie die meisten Menschen. Sie gehen jedoch völlig unterschiedlich damit um. Ihr Verhalten, ihre Lebensweise und ihre Mechanismen werden von Mosby authentisch und greifbar für den Leser präsentiert. Feinfühlig und dennoch grausam, sensibel und dennoch knallhart, diese ambivalenten Begriffe bringt der Autor - mal wieder – hervorragend unter einen Hut.

Diese Geschichte verbindet sich inhaltlich in Teilen mit dem Debütthriller des Autors, "Der 50/50-Killer"

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