Du hast keine Wahl

Autor: Frank Uhlmann
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21658-6
Erscheinungsdatum (D) 09.12.16 Seiten 400

Du hast keine Wahl

Inhalt

Der Polizeireporter Norman Jacobi und die Historikerin Katharina Beck waren schon einmal ein Team in einem Fall, der beiden viel zu nahe kam. Schlussendlich hatte sich dadurch der Abstand zwischen ihnen vergrößert, um so groß zu werden, dass der Kontakt zueinander ganz beendet war.
Doch jetzt ist es wieder soweit: Jacobi braucht die Hilfe der Historikerin, die nicht nur ein enormes Wissen, sondern auch ein gerüttet Maß an Kombinationsgabe und einen scharfen Blick für Details hat. Das alles braucht Jacobi dringend, denn am Tatort eines Mordopfers ist eine blutige Botschaft auf Griechisch hinterlassen worden. Beck wehrt sich erst noch ein bisschen, dann aber gibt sie nach, und erneut versinkt sie mit Jacobi im Morast der Unmenschlickeit und des Bösen. Zu sehr erinnert der Fall an die Vergangenheit, Wunden werden wieder aufgerissen und neue zugefügt. Aber nun sind sie schon so tief in der Sache, dass es kein Entrinen mehr gibt. Und das ist noch lange nicht das Ende ….

Buchkritik von Angelika  Koch

Einen gewissen Charme haben die beiden – der Polizeireporter und die Historikerin. Gar nicht so übel, so ein Duo. Und auch die Geschichte selbst hat gutes Potential. Zweifelsohne. Aber so schade es auch ist, irgendwie passt da vieles nicht zusammen. Einerseits erscheinen die Protagonisten glaubhaft, um dann aber andererseits und im nächsten Moment wieder geradezu lächerlich zu wirken. Einerseits ist die Geschichte schlüssig und spannend, um dann andererseits ganz plötzlich platt und luftleer zu werden. Das erinnert alles an eine Mogelpackung: Es ist schlussendlich nicht das drin, was draufstand, es wird nicht gehalten, was im Ansatz versprochen wurde. Immer wieder kommt es zum selben Auf und Ab. Und das ermüdet so sehr, dass der Lesegenuss insgesamt darunter leidet. Da hilft auch eine dahingeschmalzte Liebesgeschichte nichts.
Auch die griechischen Schriftzeichen sollten es eigentlich schaffen, eine gewisse Spannung und Würze in das Ganze zu bringen, doch die gehen irgendwo unter, man vergisst sogar, wann und wo das war. Die Ansätze waren gut. Doch diese hätten konsequent weitergeführt, weitergestrickt werden müssen. Gäbe es hier nicht andauernd einen literarischen interruptus, könnte die Bewertung anders ausfallen. Diese guten Ansätze wiederum verhindern aber gerade noch den Absturz in eine noch schlechtere.

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