Das wahre Wesen der Dinge

Autor: Ted Chiang
Genre: Kurzgeschichten
Verlag: Golkonda Verlag
ISBN: 978-3944720173
Erscheinungsdatum (D) 15.02.14 Seiten 284
Übersetzung Karin Will, Michael Plogmann

Das wahre Wesen der Dinge

Inhalt

Der Kurzgeschichtenband „Das wahre Wesen der Dinge“ verbindet die Geschichten von acht ganz unterschiedlichen Menschen:

Zum Beispiel begegnen wir Leon, der nach einem fast tödlichen Unfall mit einem neuen Medikament behandelt wird. Die Ärzte retten ihm so sein Leben, doch fortan plagen ihn schreckliche Albträume und er beginnt sich zu fragen, was mit seinem Gehirn und seinem Verstand passiert.

Wir treffen die Tierpflegerin Ana, die nach einem Zweitstudium keine echten Tiere mehr pflegt, sondern digitale Wesen, die den Menschen als künstliche Haustiere die Zeit vertreiben sollen. Die „Digis“ sind süß, doch ihre Entwicklung stellt die Menschen schon bald vor die Frage, ob eine digitale Existenz auch schützenswertes Leben ist.

In „Die Wahrheit vor Augen“ reisen wir zu Tamera und in eine Welt, in der man per Medikament den Sinn für die Schönheit eines anderen Menschen abschalten kann. Doch ist unsere Gesellschaft gerechter, wenn die Optik plötzlich keine Rolle mehr spielt? Führt die Gleichberechtigung von hässlichen Menschen nur über die Manipulation unserer Gehirne?

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Ted Chiangs Gedankenwelten sind großartig! Wer Science-Fiction liebt, die unsere Gedanken anregt und unseren Verstand fordert, der wird diesen Autoren lieben. Der Band „Das wahre Wesen der Dinge“ vereint acht weitere Kurzgeschichten des Amerikaners und fast alle sind absolut fesselnd.

Immer wieder ist man begeistert und mitgerissen von der Konsequenz, mit der Ted Chiang seine Ideen zu Ende denkt und welche Fragen er dabei aufwirft. Denn die Themen, die er aufgreift sind mitnichten immer so weit hergeholt, dass sie reine Utopie sind. Auch in der realen Welt haben es zum Beispiel schöne Menschen leichter als hässliche und die Frage, ob sich ihre Diskriminierung nicht abschaffen ließe, wenn man sie einfach nicht mehr „sieht“, ist mitnichten weit hergeholt. Ted Chiang stellt provokante Fragen wie jene nach dem Stellenwert der Gefühle einer künstlichen Intelligenz, den Grenzen unseres Verstandes oder der Logik. Gepaart mit seinem eleganten Erzählstil werden aus diesen Fragen faszinierende Ausflüge in fremde (Gedanken)Welten und tatsächlich Reisen zum wahren Wesen der Dinge. Wenige Sätze sind bei Ted Chiang so bedeutungsvoll wie bei anderen Autoren ein ganzes Kapitel. Bleibt zu hoffen, dass uns der Amerikaner bald wieder auf eine besondere Reise mitnimmt.

Der Band enthält folgende Kurzgeschichten:

Verstehen (Understand), erstmals erschienen August 1991

Geteilt durch null (Division by Zero), erstmals erschienen 1991

Zweiundsiebzig Buchstaben (Seventy-Two Letters), erstmals erschienen 2000

Die Evolution des menschlichen Wissens (The Evolution of Human Science), erstmals erschienen am 01.06.2000

Die Wahrheit vor Augen (Linking What You See: A Dokumentary), erstmals erschienen 2002

Was von uns erwartet wird (What's Expected of Us), erstmals erschienen am 07.07.2005

Der Lebenszyklus von Maschinen (The Lifecycle of Software objekts), erstmals erschienen 2010

Daceys vollautomatisches Kindermädchen (Dacey's Patent Automatic), erstmals erschienen 2011

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