Schlafe still

Autor: Luana Lewis
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-20530-1
Erscheinungsdatum (D) 17.04.17 Erschienen 2015
Seiten 286
Übersetzung Elke Link

Schlafe still Forget Me Not

Inhalt

Viviens Leben scheint perfekt zu sein. Mit ihrem Mann Ben und der gemeinsamen Tochter Alexandra lebt sie in einem luxuriösen Haus in London und muss sich scheinbar um nichts Sorgen machen. Doch dann wird sie tot in ihrem Bad aufgefunden, mit einer Kopfwunde, die zunächst die Frage offen lässt, ob es sich hier um einen Unfall, um Selbstmord oder gar Mord handelt. Während die polizeilichen Ermittlungen noch laufen, versucht auch Viviens Mutter Rose, die in den vergangenen Jahren kaum Kontakt zu ihrer Tochter hatte, Licht ins Dunkel um Viviens Leben zu bringen. Denn offensichtlich war nicht alles so aalglatt, wie das zunächst den Anschein hatte: Noch am Tag vor ihrem Tod hatte Vivien offensichtlich heftig mit ihrem Mann gestritten, der daraufhin die Nacht außer Haus verbrachte. Zudem macht Viviens Ärztin Rose darauf aufmerksam, dass sie sich schon seit einiger Zeit Sorgen um ihre Patientin gemacht habe.

Bei Viviens Obduktion stellt sich heraus, dass ihr Körper offenbar mit Amphetaminen vollgepumpt war. Von Ben, der ein angespanntes Verhältnis zu seiner Schwiegermutter hegt, hat Rose keine Hilfe zu erwarten, und als dessen Exfreundin Cleo wieder in sein Leben tritt, wird immer klarer, dass hier etwas gar nicht stimmt. Cleo gibt Rose gegenüber offen zu, dass sie nie aufgehört hat Ben zu lieben und beginnt, Viviens Äußeres zu kopieren. Rose ist vor Sorge um ihre Enkelin außer sich, doch offensichtlich gibt es niemanden, der ihrem schrecklichen Verdacht Glauben schenkt…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Erneut erweist sich als Luana Lewis als wahre Meisterin darin, die finstersten Abgründe ihrer Charaktere herauszuarbeiten und von den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele zu berichten. In „Schlafe still“ erzählt Lewis die Geschichte einer scheinbar heilen Familie, deren finsteres Geheimnis sich erst nach und nach enthüllt. Erzählt wird diese Geschichte aus Sicht von Rose, einer Mutter, die viel zu wenig für ihre Tochter und Enkelin da war – aus Gründen, die erst ganz allmählich ersichtlich werden. Immer wieder lenkt die Autorin im Verlauf ihrer Erzählung den Verdacht mal auf die eine, mal auf die andere Person, ohne dabei je zu viel zu verraten. Das hat zur Folge, dass die Spannung mit jeder Seite weiter steigt und der Leser immer verwirrter wird, bis die Anspannung kaum noch zu ertragen ist.

Es ist eine komplexe, zutiefst bedrückende und beängstigende Geschichte, die Luana Lewis hier Stück für Stück vor dem inneren Auge des Lesers ausbreitet – eine Geschichte, die eine wahre Tragödie zu erzählen hat. Mit großem psychologischen Gespür und einem sicheren Händchen für die Zeichnung ihrer Charaktere gelingt es Lewis, den Leser in einen wahren Strudel aus Misstrauen, Paranoia und Intrigen zu ziehen und mit einem Finale aufzuwarten, das eine Auflösung bereithält, die man so niemals erwartet hätte. „Schlafe still“ ist britische Spannungsliteratur vom Feinsten!

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