Das Buch der Spiegel

Autor: E.O. Chirovici
Genre: Roman
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31449-2
Erscheinungsdatum (D) 27.02.17 Erschienen 2017
Seiten 384
Übersetzung Silvia Morawetz, Werner Schmitz

Das Buch der Spiegel The Book of Mirrors

Inhalt

Als Literaturagent ist Peter Katz stets aufs Beste mit neuen Geschichten versorgt, doch das Manuskript des Autors Richard Flynn ist so außergewöhnlich, dass es sofort das ungeteilte Interesse Katz’ gewinnt. Flynn schreibt darin über die Ermordung des berühmten Professors Joseph Wieder in Princeton, die bereits fünfundzwanzig Jahre zurückliegt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und begierig verschlingt Katz das Manuskript in der Hoffnung, Flynn selber würde am Ende den Mord gestehen oder den Täter überführen. Doch das Manuskript endet völlig abrupt, ohne dass der inzwischen unheilbar kranke Richard Flynn Angaben zum wahren Tathergang gemacht hätte.

Daraufhin setzt Peter Katz alles daran, den Autor zu kontaktieren, muss aber erfahren, dass der zwischenzeitlich verstorben ist. Katz ist regelrecht besessen davon, das Ende der Geschichte und damit die Wahrheit über den Mord an Wieder zu erfahren und versucht, Laura Baines ausfindig zu machen. Sie war als Studentin sowohl mit Flynn als auch mit Wieder verbunden, wobei ihre Rolle in der ganzen Geschichte undurchsichtig bleibt. Katz’ verzweifelter Versuch, das Rätsel um den gewaltsamen Tod Wieders zu lösen, lässt ihn immer tiefer in ein Labyrinth aus Lügen geraten und ihn bald schon mehr als nur eine Wahrheit herauszufinden…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

In seinem Roman „Das Buch der Spiegel“ lässt E. O. Chirovici Lüge und Wahrheit auf meisterhafte Weise ineinander fließen und macht dabei deutlich, wie untrennbar diese beiden miteinander verwoben sind. Dabei geht es irgendwann gar nicht mehr darum, was in jener Nacht vor fünfundzwanzig Jahren tatsächlich im Haus des Professors Joseph Wieder geschehen ist, sondern vielmehr darum, wie unterschiedlich die Geschichte aus der jeweiligen Sicht der beteiligten Personen klingt. Wahrheit wird zur Fiktion, Phantasie wird zur Realität in Chirovicis Verwirrspiel aus Liebe, Eifersucht, Machtbesessenheit und krankhaftem Ehrgeiz. Auch als Leser muss man dabei permanent auf der Hut sein, den einzelnen Handlungssträngen folgen zu können, sich nicht selbst in der Lüge des einen, die zur Wahrheit des anderen gerät, zu verlieren.

Auch wenn es Chirovici vom ersten Moment an mühelos gelingt, den Leser mit hineinzuziehen in seine faszinierende und klug konstruierte Geschichte, fehlt es den Protagonisten doch an überzeugender Präsenz. Die Zeichnung der einzelnen Charaktere ist fast schon etwas blass und lässt an Authentizität und Leuchtkraft zu wünschen übrig. Dennoch ist „Das Buch der Spiegel“ ein äußerst mitreißender und fesselnder Roman, der durch Chirovicis außergewöhnlichen Erzählstil und mit seiner starken Aussagekraft noch lange nachhallt.

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