Die Bucht, die im Mondlicht versank

Autor: Lucy Clarke
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06027-1
Erscheinungsdatum (D) 02.06.17 Erschienen 2017
Seiten 410
Übersetzung Claudia Franz

Die Bucht, die im Mondlicht versank Last Seen

Inhalt

Nach einem erbitterten Streit lässt der siebzehnjährige Jacob seine Mutter Sarah in ihrer Strandhütte zurück, um auf eine Strandparty zu gehen. Als er am nächsten Morgen nicht wieder auftaucht, beginnt Sarah zu ahnen, dass für sie nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Auch nach Tagen bleibt Jacob spurlos verschwunden, und Sarah und ihr Mann Nick suchen verzweifelt nach Spuren ihres Sohnes auf der ansonsten so idyllischen Sandbank, auf der sie seit Jacobs Geburt jeden ihrer Sommer zusammen verbringen. Sarahs bange Ahnung, Jacobs Verschwinden könne mit einem tragischen Ereignis zusammenhängen, das sowohl sie und ihre Familie als auch ihre beste Freundin Isla auf immer veränderte, wird allmählich zur Gewissheit.

Sarah und Isla lernten sich als junge Mädchen kennen und wurden bald schon zu besten Freundinnen, die auch als erwachsene Frauen zusammen durch dick und dünn gingen. Die beiden Freundinnen wurden fast zur gleichen Zeit schwanger und bekamen beide einen kleinen Sohn. Jacob und Marley verbrachten in den beiden Strandhäuschen, die direkt nebeneinander liegen, glückliche Kindheitstage. Dann geschah das unvorstellbar Schreckliche, das alles veränderte und das offenbar seine Spuren bis in die Gegenwart zieht. Nun sieht es so aus, als müssten alle Beteiligten der Ereignisse von vor sieben Jahren sich endlich dem stellen, was sie so lange zu verdrängen suchten…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Wie schon in ihren vorigen Romanen versteht es die britische Autorin Lucy Clarke auch in „Die Bucht, die im Mondlicht versank“ wieder, psychologische Elemente in eine zutiefst spannende Geschichte zu verpacken und den Leser bis zum Ende gnadenlos zu fesseln. Die Frage, was denn nun tatsächlich vor sieben Jahren geschah, treibt einen bis zum Ende um, verrät Clarke doch immer nur gerade so viel, wie nötig ist, um die Spannung immer wieder aufs Neue anzuheizen. Erneut beweist sie dabei ein untrügliches Gespür für stimmungsvolle Schauplätze und lässt den Leser auf fast magische Weise in einer Welt von einsamen Stränden, erhabenen Wellen und unendlicher Weite versinken. Die Charaktere, die diese einsame Sandbank bevölkern, zeichnen sich durch Facettenreichtum und große Authentizität aus und fesseln die Aufmerksamkeit des Lesers mit jeder Seite mehr.

Clarke erweist sich auch hier erneut als echte Könnerin, wenn es darum geht, eine tragische und bewegende Geschichte so zu erzählen, dass es niemals kitschig oder pathetisch erscheint. Sie bleibt ganz bei ihren Figuren, entwirft deren Schicksal in all seinen Facetten und webt dabei genau so viel Melancholie ein, wie es ihrer Geschichte gut tut. Auch wenn das bittere Geheimnis, das Sarah, Isla, Nick und Jacob auf so schicksalhafte Weise miteinander verbindet, den wesentlichen Teil dieses Romans bildet, befasst Lucy Clarke sich darüber hinaus intensiv mit der Frage, wie lange es gelingen kann, die Vergangenheit zu verdrängen und welche Folgen es haben kann, wenn diese dann mit aller Macht an die Oberfläche dringt. Auch wenn der deutsche Titel dies nicht unbedingt vermuten lässt, ist „Die Bucht, die im Mondlicht versank“ ein Roman mit Tiefgang, der bewegt, fesselt und zutiefst berührt.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen