Frostflamme - Die Chroniken der Sphaera

Autor: Christopher B. Husberg
Genre: Fantasy
Verlag: Knaur TB
ISBN: 978-3426519202
Erscheinungsdatum (D) 04.10.16 Erschienen 2016
Seiten 704
Übersetzung Kerstin Fricke

Frostflamme - Die Chroniken der Sphaera Duskfall

Inhalt

Seit Noth vor etwas über einem Jahr erschöpft und ohne Gedächtnis von Fischern aus dem Golf von Nahl gerettet wurde, hat er sich in der Stadt Pranna ein neues Leben aufgebaut. Die Tiellaner, die ihn gerettet haben, nahmen den schweigsamen Mann bei sich auf, obwohl die Menschen das Volk seit Jahrhunderten teils brutal unterdrückten. Nun wollen Noth und die Tiellanerin Winter sogar heiraten. Nicht alle sehen dieser Verbindung mit Freude entgegen, und auch Noth selbst hat Zweifel. Böse Träume bringen Bruchstücke seiner Vergangenheit an die Oberfläche. Eine Vergangenheit, die von Tod und Mord bestimmt zu sein scheint. Als bei der Trauung plötzlich grün gewandete Fremde auftauchen und fast die ganze Hochzeitsgesellschaft töten, wird die Furcht von Noth zur Gewissheit. Bevor es eine glückliche Zukunft mit Winter geben kann, muss er seine fehlende Erinnerung wieder finden. Noth geht und lässt seine Frau zurück, doch Winter folgt ihm heimlich. Für beide eine gefahrvolle Reise, die Winter zudem in die Abhängigkeit einer heimtückischen Droge treibt. Die Begegnung mit der Priesterin Cinzia zeigt beiden jedoch, dass nicht nur ihre persönliche Zukunft auf dem Spiel steht, sondern dass größere Mächte am wirken sind, die das Antlitz der gesamten Sphaera für immer in Dunkelheit stürzen könnten…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Der Amerikaner Christopher Husberg ist eine neue Stimme im Reigen der internationalen Fantasyautoren. Mit „Frostflamme“, dem ersten Band der „Chroniken der Sphaera“ entführt er uns in seine Welt. Eine wilde und auch frische Mischung, in der das klassische Mittelalter-Setting epischer Fantasy auf Vampirgeschichten und Göttersagen trifft und Elben einmal nicht die strahlenden Helden sind. Ein spannender Mix, der in diesem ersten Band aber noch nicht ausbalanciert ist. Gerade das Vampir-Element wirkt ab und an als Fremdkörper, auch wenn die Figur an sich eine der besten ist. Christopher Husberg überfachtet zudem zu Beginn seine Geschichte mit vielen Erklärungen und unzähligen Details seiner Welt, nur um dann im Mittelteil den Schwung einzubüßen. Das Ende ist dann aber ein mitreißender Showdown, der neue zusätzliche Aspekte aufwirft, bei denen abzuwarten bleibt, wie sie sich auf die Geschichte auswirken.

Man merkt „Frostflamme“ durchgängig die Begeisterung des Autors für seine Welt an. Er hat sie auch in tieferen Schichten durchdacht. Nur alle Dimensionen und Facetten erzählerisch elegant für die Geschichte zu verbinden, das gelingt ihm noch nicht durchgängig. So wirken manche Erklärungen oder Hinführungen zu wichtigen Ereignissen, wie zum Beispiel Winters Suchtproblematik oder Noths Suche nach sich selbst, immer wieder oberflächlich. Christopher Husberg ringt mit der Entwicklung seiner Figuren, was man der Handlung anmerkt. Vielleicht ist das auch der ausschlaggebende Punkt, warum sie dem Leser emotional letztlich noch fern bleiben. Starke Passagen wechseln sich mit weniger fesselnden ab und so entsteht der Eindruck einer „ruckeligen“ Geschichte. „Frostflamme“ hat viele gute und vielverspechende Elemente, entwickelt aber (noch) nicht das Suchtpotential, das die Geschichte sicherlich grundsätzlich in petto gehabt hätte.

Die Chroniken der Sphaera sollen laut Autor einmal fünf Bände umfassen. Band 2 soll voraussichtlich im Herbst 2017 erscheinen.

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