Ein Grab in den Wellen

Autor: Abby Geni
Genre: Roman
Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-423-3
Erscheinungsdatum (D) 03.04.17 Erschienen 2016
Seiten 468
Übersetzung Urban Hofstetter

Ein Grab in den Wellen The Lightkeepers

Inhalt

Als die Naturfotografin Miranda einen Auftrag auf den Farallon-Inseln erhält, geht für die junge Frau ein Traum in Erfüllung. Ein ganzes Jahr soll sie auf dem unbewohnten Archipel vor der Küste Kaliforniens verbringen, um die Arbeit einiger Biologen mit ihren Fotos zu dokumentieren, die die Tier- und Pflanzenwelt in dieser Wildnis untersuchen. Doch schnell muss Miranda erkennen, dass sie bei den Wissenschaftlern nicht eben willkommen ist, die sich ganz zufrieden in ihrer verschworenen Gemeinschaft eingerichtet haben. Mick, Galen, Forest, Lucy und Andrew sind, jeder auf seine Art, Eigenbrötler und Exzentriker, und das Leben auf den Farallon-Inseln erweist sich als entbehrungsreicher und beschwerlicher, als Miranda sich das vorgestellt hatte.

Die Stimmung in der kleinen Hütte, die den Forschern als Bleibe dient, wird zusehends gereizter, ist von Sticheleien, Machtkämpfen und Eifersüchteleien durchzogen. Mysteriöse Vorfälle häufen sich, bei denen es zu ernsthaften Verletzungen kommt, und eines Nachts wird Miranda von einem Unbekannten attackiert. Kurz darauf wird Andrew tot in einer Felsspalte aufgefunden, und die hinzu gerufene Polizei scheint zu argwöhnen, dass es sich hier nicht um einen natürlichen Todesfall handelt. Für Miranda verschwimmen Realität und Fantasie zunehmend miteinander, und allmählich beginnt sie sich zu fragen, ob der Archipel, der von den Indianern „Insel der Toten“ genannt wird, auch über ihr Leben Unheil zu bringen droht…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist vor allem die düstere Stimmung auf den schroffen, kargen und unwirtlichen Farallon-Inseln, die einen während der Lektüre von „Ein Grab in den Wellen“ unwiderstehlich in ihren Bann zieht. Es gelingt Abby Geni, diesen Archipel zu einer Art Protagonisten zu machen, ihm die Hauptrolle in dieser finsteren Geschichte zu geben. Die absolut ursprünglichen und archaischen Naturgewalten dieser Inseln verbünden sich auf schicksalhafte Weise mit den Abgründen der Menschen, die dort leben und lassen einen fast schon magischen, von sämtlichem Leben abgeschnittenen Ort entstehen, der nach und nach ein unheimliches Eigenleben zu entwickeln scheint. Sowohl in der Zeichnung ihrer Charaktere als auch in der Schilderung der Schauplätze beweist Geni ein sicheres Händchen, trifft genau den rechten Ton und breitet vor dem inneren Auge des Lesers eine Tragödie aus, wie sie perfider, tragischer und atemberaubender kaum sein könnte.

Es ist eine völlig fremde und durch und durch beängstigende Welt, in die die Autorin ihre Leser entführt, eine Welt, die ohne Wenn und Aber von den Gewalten der Natur beherrscht wird und sich ganz deren Willen beugen muss. Im Verlauf der Geschichte wird man Zeuge eines Kampfes um Leben und Tod und muss am Ende erkennen, dass rein gar nichts so ist, wie man das zunächst vermutet hat. „Ein Grab in den Wellen“ ist ein faszinierendes und in allen Punkten überzeugendes Debüt einer Autorin, deren Namen man sich unbedingt merken sollte.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen