Licht

Autor: Anthony McCarten
Genre: Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06994-5
Erscheinungsdatum (D) 22.02.17 Erschienen 2012
Seiten 368
Übersetzung Gabriele Kempf-Allié, Manfred Allié

Licht Brilliance

Inhalt

Thomas Edison ist einer der genialsten Erfinder seiner Zeit. Im Jahr 1878 scheint es, als stünde er kurz vor dem Durchbruch, seine einzigartige Erfindung der Glühbirne könnte auf einen Schlag ganz Amerika erhellen. Doch leider ist Thomas Edison bankrott, längst sind alle Geldvorräte dahin. Da erhält er unerwarteten Besuch von J. P. Morgan persönlich, der sich zum Ziel gesetzt hat, aus seiner New Yorker Bank ein weltumspannendes Imperium entstehen zu lassen. Der Plan, den er Edison unterbreitet, ist ebenso simpel wie genial: Mit dem Wunderwerk des Erfinders möchte er ganz Amerika elektrifizieren und so zum reichsten Mann der Welt werden. Edison ist zunächst begeistert und träumt bereits davon, sich bald voll und ganz seinen Erfindungen widmen zu können.

Allerdings stehen Morgans ehrgeizigem Plan zwei Personen im Weg: Edisons ehemaliger Assistent Nikola Tesla behauptet, nicht etwa der von Edison bevorzugte Gleichstrom sei die ideale Lösung, sondern vielmehr der von ihm entwickelte Wechselstrom. Und dann ist da noch Edisons erbitterter Konkurrent George Westinghouse, der behauptet, die Glühbirne seinerseits als Erster erfunden zu haben. Zusehends lässt sich Thomas Edison in Morgans erbitterten Kampf um Ruhm und Macht hineinziehen und setzt damit seine Erfindungskraft und am Ende sein Seelenheil aufs Spiel…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Der neuseeländische Autor Anthony McCarten ist bekannt für seinen Witz und Esprit, mit dem es ihm immer wieder aufs Neue gelingt, auch nachdenklich stimmende Themen in eine reizvolle Mischung aus Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern zu verwandeln. In seinem Roman „Licht“, der aus dem Leben des großartigen Erfinders Thomas Alva Edison erzählt, geht es um Korruption und Ehrgeiz, um den unstillbaren Durst nach Ruhm und Macht. Leider will es McCarten hier nicht gelingen, seine Leser mit sich zu ziehen, sie für seine Geschichte und die historischen Fakten, die dahinter stehen, zu begeistern. Während sich alles um den passenden Glühfaden, Gleich- und Wechselstrom und um die Frage, wessen Glühbirne nun zuerst die großen Städte Amerikas erleuchten wird, dreht, ermüdet man als Leser zusehends und fragt sich, wohin das alles wohl führen mag.

Dabei gelingt es McCarten durchaus, ergreifende und spannende Momente zu kreieren und den Leser an vielen Stellen auch wirklich zu berühren. Vor allem die tragische Episode um den neu erfundenen elektrischen Stuhl, der die Todesstrafe „humaner“ machen soll, ist wirklich gelungen und zeigt die tragische Rolle Thomas Edisons auf. Die Idee, einen alten Mann am Ende seines Lebens auf dieses zurückblicken zu lassen, ist gelungen umgesetzt und birgt manch reizvolle Anekdote in sich. Dennoch sucht man hier vergebens nach dem für Anthony McCarten so eigenen, herzerwärmenden Humor, der seine Romane stets zu einem ganz besonderen Lesevergnügen macht. Trotz vieler guter Ansätze erscheint „Licht“ am Ende irgendwie unvollkommen und wenig strahlend.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen