Selfies

Autor: Jussi Adler-Olsen
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28107-2
Erscheinungsdatum (D) 10.03.17 Erschienen 2016
Seiten 576
Übersetzung Hannes Thiess

Selfies

Inhalt

Auf äußerst brutale Weise wird in einem Park in Kopenhagen eine alte Frau ermordet, offenbar mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen. Vizepolizeikommissar Carl Mørck, der gerade große Probleme auf sich zukommen sieht, weil das Management des Polizeipräsidiums unzufrieden mit der Aufklärungsrate des Sonderdezernats Q ist, fühlt sich an einen alten Fall erinnert, der nie aufgeklärt wurde. Auch damals wurde das Opfer unter ähnlichen Umständen umgebracht wie jetzt die alte Frau im Park. Tatsächlich finden sich immer offensichtlichere Verbindungen zu dem alten Fall, woraus sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Zudem hat die Polizei von Kopenhagen sich mit einem offenbar amoklaufenden Autofahrer zu befassen, der tödliche Jagd auf junge Frauen macht. Carl, Assad und Gordon ermitteln auf Hochtouren, ahnen sie doch, dass all diese Geschehnisse in der Gegenwart mit diesem einen unaufgeklärten Fall aus der Vergangenheit zusammenhängen könnten.

Zugleich sind alle drei Ermittler in großer Sorge um Carls Assistentin Rose, die den Kampf gegen ihre inneren Dämonen gerade zu verlieren scheint. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht und droht immer weiter in die schwärzesten Tiefen ihrer Seele abzudriften. Doch weder Carl, Assad noch Gordon will es gelingen, einen Zugang zu der zutiefst verstörten Frau zu finden. Ihre einzige Chance besteht darin, Roses dunkles Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das schon viel zu lange Macht über die verzweifelte Frau hat…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist Jussi Adler-Olsen in seinem Thriller „Selfies“ gelungen, die Stimmung in seinem liebenswerten und herrlich menschlichen Sonderdezernat Q noch eine Spur intensiver werden zu lassen, als sie es noch in „Verheißung“ war. In „Selfies“ dreht sich – neben den aktuellen Ermittlungen – alles um Carls mysteriöse Assistentin Rose, die bereits in den vergangenen Fällen immer wieder Grund zum Rätselraten gegeben hat. Auch wenn Adler-Olsen schon im Vorfeld immer wieder angedeutet hat, dass etwas mit Rose nicht stimmt, sie offensichtlich psychische Probleme hat, dringt er in „Selfies“ nun zum Kern des Ganzen vor. Mit großem Einfühlungsvermögen nähert sich der Autor dabei dieser exzentrischen, streitbaren und durch und durch schwierigen Figur an und behandelt sie dabei stets mit dem allergrößten Respekt. Das, was Rose in der Vergangenheit zugestoßen ist, wird hier nun Stück für Stück und mit großem psychologischem Gespür entblättert, ohne dabei die gängigen Klischees zu bedienen. Die Dynamik, die sich ja bereits in den vorangegangenen Bänden auf mehr oder weniger subtile Weise verändert hat, ist in „Selfies“ eine gänzlich andere, was diesen Thriller weit über die Genregrenzen hinaushebt.

Mit geschickter Hand hält Jussi Adler-Olsen sämtliche lose Fäden dieses verzwickten neuen Falles für das Sonderdezernat Q zusammen und schafft es, am Ende alles zu einem stimmigen Abschluss zu bringen. Hier ist rein gar nichts dem Zufall überlassen, nichts geschieht ohne Grund, und dem Leser wird ein Fall präsentiert, der sich aus mehreren unterschiedlichen Fällen zusammensetzt. Dabei gelingt es dem Autor, im Leser ganz allmählich eine Erkenntnis aufkommen zu lassen, ihn quasi an die Hand zu nehmen und ihn behutsam durch das Labyrinth der Ermittlungen zu führen. „Selfies“ ist ein zutiefst spannender, klug konstruierter und tiefgehender Thriller, der von seinen großartigen und äußerst einfühlsam gezeichneten Charakteren lebt. Am Ende legt man das Buch mit dem Gefühl zur Seite, als habe sich für das Sonderdezernat Q eine neue Tür aufgetan, eine Tür, durch die man auch als Leser unbedingt hindurchgehen möchte.

Das Sonderdezernat Q ermittelt in folgenden Fällen:

Band 1:
Erbarmen
Band 2:
Schändung
Band 3:
Erlösung
Band 4:
Verachtung
Band 5:
Erwartung
Band 6:
Verheißung
Band 7:
Selfies

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