Irische Nacht

Autor: Hannah O'Brien
Genre: Krimi
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21675-3
Erscheinungsdatum (D) 10.03.17 Seiten 400

Irische Nacht

Inhalt

Samhain ist die Nacht, in der die keltischen Naturgeister der Legende zufolge in ihr Winterlager wechseln. Diese Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November nutzen die Bewohner der irischen Aran-Insel, um sich zu verkleiden und, von den Gestalten der Anderswelt unerkannt, über die Insel zu streifen. In dieser Nacht bleibt kein Haus verschlossen, jeder darf das Haus seiner Nachbarn betreten und sich ungehindert darin bewegen. Doch für einen Gast in Pattie Burkes Bed & Breakfast wird diese Nacht zur letzten seines Lebens – er wird am nächsten Morgen ermordet aufgefunden. Den Täter vermuten Grace O’Malley und ihr Kollege Rory Coyne im geheimnisvollen Green Man – einer Gestalt in Baumkostüm.

Nachdem das Opfer identifiziert wurde, zeigt sich, dass zumindest zwei der am Mordabend Feiernden ein Mordmotiv gehabt hätten. Mithilfe des Privatdetektivs Peter Burke stoßen die beiden Ermittler auf eine heiße Spur, die Licht ins Dunkel bringen könnte. Währenddessen hat die Gerichtsmedizinerin Aisling O’Grady mit ihrer ganz persönlichen Tragödie zu kämpfen, die sich allerdings bald als der wahre Schlüssel zur Lösung dieses Falls entpuppen könnte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Nachdem „Irisches Roulette“, Fall zwei des Grace O’Malley-Reihe, in Aufbau und Struktur nicht vollends überzeugen konnte, entpuppt sich dieser neue Fall des Ermittlerduos wieder als eine wahre Perle, die nicht zuletzt mit ihrem irischen Charme zu überzeugen weiß. In „Irische Nacht“ spielt Hannah O’Brien mit der irischen Geister- und Sagenwelt, lässt die Menschen zu Samhain wunderliche Dinge tun und verbindet all das mit einem packenden und klug konstruierten Mordfall. Während der Lektüre beschleicht einen immer wieder das Gefühl, sich selbst inmitten dieser originellen und liebenswerten Menschen der Aran-Insel zu befinden, so überaus plastisch und authentisch sind Schauplätze und Charaktere gezeichnet. „Irische Nacht“ besticht mit warmherzigen und skurrilen Figuren, stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen und vor allem mit der großen Liebe der Autorin zu diesem Land, die aus jeder Zeile hervorspringt.

Vor allem die sich allmählich verändernde Dynamik zwischen Grace O’Malley, Rory Coyne und Peter Burke übt ihren ganz eigenen Reiz aus und macht am Ende der Lektüre von „Irische Nacht“ neugierig auf die Zukunft dieser drei. Geschickt verbindet Hannah O’Brien das persönliche Schicksal der Gerichtsmedizinerin Aisling O’Grady mit dem aktuellen Fall und insbesondere mit den Travellern, Irlands fahrendem und nach wie vor ungeliebten Volk. An ihr und auch an Grace O’Malley macht die Autorin deutlich, wie ambivalent und auch schmerzhaft der Umgang mit der Heimat und den eigenen Wurzeln manchmal sein kann. „Irische Nacht“ erzählt eine komplexe Geschichte, die viel mehr ist, als nur ein Krimi und die durchaus als eine Liebeserklärung an die Grüne Insel verstanden werden kann.

Die Grace O'Malley und Rory Coyne-Reihe umfasst folgende Bände:
Irisches Verhängnis
Irisches Roulette
Irische Nacht

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen