Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Autor: Helen Callaghan
Genre: Thriller
Verlag: Knaur.
ISBN: 978-3-426-65420-0
Erscheinungsdatum (D) 02.01.17 Erschienen 2016
Seiten 400
Übersetzung Heike Reissig

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest Dear Amy

Inhalt

Margot Lewis ist Lehrerin und zugleich führt sie die Kolumne „Dear Amy“. Als die fünfzehnjährige Katie Browne verschwindet, die Schülerin in Margots Klasse ist, ist die extrem beunruhigt, denn obwohl alle davon überzeugt zu sein scheinen, dass Katie einfach nur von zu Hause abgehauen ist, hat Margot einen ganz anderen Verdacht. Sie glaubt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei bisher noch keinerlei Hinweise auf eine Entführung erhalten hat. Doch spätestens, als Margot in ihrer Kolumne einen Brief erhält, den ihr ein Mädchen namens Bethan geschrieben hat, ist sie sich ganz sicher – denn vor beinahe zwei Jahrzehnten verschwand ebenfalls ein Mädchen spurlos, ihr Name war Bethan Avery. In Margots Augen kann das alles kein Zufall sein: Warum bekommt sie ausgerechnet jetzt Nachrichten von der spurlos verschwundenen Bethan Avery? Als ein Graphologe die Echtheit der Briefe bestätigt, muss Margot einfach handeln, hängt doch schließlich Katies Leben von ihrer Reaktion ab…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist ein äußerst perfides Szenario, das Helen Callaghan in ihrem Debütroman „Dear Amy“ entwirft: Eine gewissenhafte Lehrerin bekommt Post von einer vor annähernd zwanzig Jahren verschwundenen Person und keiner glaubt ihr, dass tatsächlich die vermisste Bethan Avery mit ihr Kontakt aufgenommen hat. Während die Protagonistin noch selbst mit ihren Zweifeln kämpft, ob sie nicht nur einem mutwilligen Streich auf den Leim geht, wird dem Leser längst klar, dass es sich hier um bitteren Ernst handelt. Dennoch watet man von Anfang an buchstäblich durch einen Sumpf von Lügen, Halbwahrheiten und geschickten Täuschmanövern, die es unmöglich machen, der Autorin bei ihrem klug inszenierten Spiel in die Karten zu schauen. Denn wenn auch alles völlig undurchschaubar erscheint – eines ist völlig klar: Nichts ist hier so, wie es zunächst einmal erscheint.

Immer deutlicher wird dem Leser vor Augen geführt, dass bei Margot, der so respektabel erscheinenden Protagonistin, etwas Dunkles, Unausgesprochenes im Hintergrund lauert, und dass hier die Crux der Geschichte liegt. Auch wenn Callaghan sich immer wieder in dunklen Andeutungen ergeht und die Spannung damit ins schier Unerträgliche steigert, ist am Ende die Auflösung dennoch ein gelungenes Meisterwerk. Zugegeben: Irgendwann beginnt der gewitzte Leser zu ahnen, wo des Rätsels Lösung liegen könnte, doch die komplette Wahrheit ist derart verblüffend und klug erdacht, dass man mit zittrigen Händen bis zum überraschenden Ende weiterblättert und dann nur noch den Hut ziehen kann vor so viel klug erdachter Spannungsliteratur.

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