Die Nacht der schwarzen Falter

Autor: Ann Cleeves
Genre: Krimi
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-27238-7
Erscheinungsdatum (D) 21.09.16 Erschienen 2015
Seiten 430
Übersetzung Stefanie Kremer

Die Nacht der schwarzen Falter The Moth Catcher

Inhalt

Unweit eines kleinen Dorfes im Nordosten Englands wird die Leiche eines jungen Mannes im Straßengraben gefunden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Patrick Randle, der als Haussitter in einem Herrenhaus im luxuriösen Valley Farm beschäftigt war. Bei der Durchsuchung des Anwesens wird eine zweite männliche Leiche gefunden, die aber augenscheinlich in keiner Verbindung zu Randall steht. Kommissarin Vera Stanhope übernimmt mit ihrem Team die Ermittlungen und stößt alsbald auf eine Gemeinsamkeit, die die beiden Mordopfer möglicherweise miteinander verband: Beide waren fasziniert von seltenen Faltern. Bei der Befragung der drei weiteren Ehepaare, die neben den Besitzern des Herrenhauses in dem abgeschiedenen Tal leben, stößt Stanhope allerdings auf das perfekt erscheinende Bild dreier Paare, die in Valley Farm ihren wohl verdienten Ruhestand genießen und sich selbst als pensionierte Hedonisten bezeichnen. Doch hinter der so offen zur Schau gestellten Dekadenz tun sich, wie Stanhope und ihr Team schnell herausfinden, wahre Abgründe auf.

Als kurz darauf die Sozialarbeiterin Shirley Hewarth ermordet wird, die zumindest mit einem der beiden vorigen Opfer Kontakt hatte, wird dieser Fall zusehends komplizierter und undurchschaubarer. Doch bei einem ist sich Vera Stanhope sicher: Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen ist ganz eindeutig Valley Farm mit seinen Bewohnern…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Mit „Die Nacht der schwarzen Falter“ legt Ann Cleeves einen Kriminalroman vor, der so durch und durch britisch ist, dass man sich immer wieder an die klassischen Krimis von Agatha Christie erinnert fühlt. Das liegt nicht zuletzt an Vera Stanhope, einer Kommissarin vom Format einer Miss Marple, die vor allem durch ihre Schrulligkeit, gepaart mit einem messerscharfen Verstand, zu überzeugen weiß. Wenn Vera Stanhope ermittelt, müssen sich vor allem die, die sie aufgrund ihres etwas schlampigen Äußeren unterschätzen, warm anziehen. Der Fall, in dem Stanhope mit ihrem Team ermittelt, wirkt zunächst äußerst verworren und lässt eine gewisse Struktur vermissen. Es dauert eine Weile, ehe Cleeves die vielen losen Fäden zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügt, was dem Leser vor allem zu Beginn einiges an Geduld abfordert.

So sind es auch weniger die Mordermittlungen an sich, als vielmehr die vielschichtigen Charaktere und deren Lebensgeschichte, die diesem Krimi seinen Reiz verleihen. Es gelingt Cleeves, ihren Figuren immer wieder neue Facetten hinzuzufügen und den Leser immer neugieriger auf deren kleine und große Geheimnisse zu machen. Diese Tatsache, gepaart mit den stimmungsvollen Landschaftsschilderungen des Nordostens von England, führt dazu, dass aus „Die Nacht der schwarzen Falter“ unterm Strich doch noch ein ganz annehmbarer Kriminalroman geworden ist.

Vera Stanhope ermittelt in folgenden Fällen:
Totenblüte
Opferschuld
Seelentod
Das letzte Wort
Ein dunkler Fleck
Die Nacht der schwarzen Falter

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen