Demon Road - Hölle und Highway

Autor: Derek Landy
Genre: Jugendbuch
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8508-5
Erscheinungsdatum (D) 19.09.16 Erschienen 2015
Seiten 479
Übersetzung Ursula Höfker

Demon Road - Hölle und Highway Demon Road

Inhalt

Amber ist eine ganz normale Jugendliche. Für ihren Geschmack sogar ein wenig zu normal. Sie könnte durchaus schlanker und mutiger, selbstbewusster sein. Und beliebter in der Schule - das wäre auch nicht schlecht. Doch das Leben ist eben kein Ponyhof - und Ambers Dasein ist sogar noch weitaus entfernter als bei einem durchschnittlichen Jugendlichen. Denn ihre Eltern, das findet sie heraus, als sie gerade 16 Jahre alt wurde, sind waschechte Dämonen. Und sie haben als nächstes vor, ihre Tochter zu verspeisen, um ihre Kräfte wieder aufzuladen. Klingt doch nett. Nur durch einen puren Zufall und die Hilfe von Freunden, von denen sie keine Hilfe erwartet hätte, kann Amber fliehen. Ihr Ziel ist es, ihre Eltern abzuschütteln und sich eine dauerhafte Lösung einfallen zu lassen. Doch das ist gar nicht so einfach...

Buchkritik von Thomas  Ays

Derek Landy. Dieser Name ist im Jugendbuchgenre sicherlich kein unbekannter. Dank seiner neunteiligen Reihe um den Detektiven Skulduggery Pleasant und seiner gefürchteten Kollegin Walküre Unruh hat es der irische Autor geschafft, sich in den Bücherregalen seiner Fans in vielen Ländern breit zu machen. Die Reihe ist mittlerweile beendet und Landy muss sich neuen Helden und frischen Geschichten stellen. Ein wenig gespannt ist man da als langjähriger Leser schon, wie die Zukunft des Autors aussehen mag.
„Demon Road – Hölle und Highway“ läutet eine neue Ära für Derek Landy ein. Er, der bekennender Fan von Stephan King und TV-Serien, wie „Supernatural“ ist, widmet sich auch weiterhin dem Bösen. Dem, und den Helden, die das Böse dann ausschalten. Geht Landy dabei neue Wege? Nicht wirklich. Der Autor schafft es in dem ersten Buch seiner neuen Reihe nicht, sich von seinen alten Helden zu befreien, ja sich gar zu lösen. Milo, der seltsame Unbekannte an Ambers Seite, erinnert an vielen Stellen an den Skelettdetektiven, und Amber, obwohl optisch sicherlich unterschiedlich, hat viel von Walküres Charakter. Das hätten wir so anders erwartet. Schließlich ergibt sich für Derek Landy hier die Chance, neue Welten zu ergründen und sich um gänzlich andersartige Protagonisten zu kümmern. Das ist spannend, abwechslungsreich und dürfte jeden Autoren sicherlich mit Euphorie ausstatten. Doch Landy greift lieber zu alten Mitteln und bedient sich zudem bei Stephen King und „Supernatural“, als gäbe es kein Morgen mehr. Die einen mögen das „Hommage“ nennen, andere wohl eher „Inspiration der etwas anderen Art“. Wie man es dreht und wendet: Frisch, neu und anders ist Derek Landy neustes Werk nicht geworden, dafür aber ungeheuer unterhaltend. Man hat die fast 500 Seiten „Hölle und Highway“ ungeheuer schnell verschlungen, kann über viele Szenen schmunzeln und sich herrlich in die dunklen hineinziehen lassen. Spannung kann der Autor erzeugen, das ist keine Frage. Nur stellt sich am Ende des Buches eine ganz andere: Ist das noch ein Jugendbuch? Die Gedärme platzen aus den Körpern, das Blut spritzt und die Gewalt spielt eine große Rolle in „Demon Road“. Der Verlag nennt das „einen irrwitzigen Roadtrip und eine außergewöhnliche Coming-of-Age Geschichte.“ Auch eine Möglichkeit – wenn auch eine kreative. Soviel steht jedoch fest: Irrwitzig ist es nicht und außergewöhnlich schon mal gar nicht. Es ist vielmehr eine Storyline, die immens viele bekannte Details großer und kleiner Bücher und Produktionen enthält und es ist eine, in der die Figuren an vielen Stellen nicht authentisch funktionieren. Es ist ein Detail des Autors, ein roter Faden quasi, der sich durch viele seiner Bücher zieht: Wenn es dramatisch wird, braucht man keinen Gag. Es darf einfach dramatisch, emotional und fesselnd werden, ohne dass irgendeine Figur ohne erkennbares Motiv die Humorkeule auspackt. Aber das wird sich vermutlich nicht ändern, weil Derek Landy es sich zur Aufgabe gemacht zu haben scheint, immer und überall lustig sein zu müssen. „Weniger ist manchmal eindeutig mehr“ haben wir schon zu Zeiten von Skulduggery Pleasant geraten.

„Demon Raod – Hölle und Highway“ wird eingefleischte Fans der Genres Horror und Mystery (Stephen King, „Supernatural“) nicht vom Hocker hauen. Jene, die Derek Landy für seinen Humor lieben, kommen aber genauso auf ihre Kosten, wie junge Leser, die mit diesem Genre noch nie in Berührung kamen. Es empfiehlt sich aber ein entsprechendes Alter zu besitzen, damit „Demon Road“ nicht allzu sehr auf den Magen schlägt. Es ist nur bedingt ein Jugendbuch.
Unterm Strich aber bleibt es spannend, ob sich Derek Landy mit den Folgebänden von alten Dämonen befreien kann.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen