Böser Samstag

Autor: Nicci French
Genre: Thriller
Verlag: C.Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10228-2
Erscheinungsdatum (D) 31.10.16 Erschienen 2016
Seiten 478
Übersetzung Birgit Moosmüller

Böser Samstag Saturday Requiem

Inhalt

Die Psychotherapeutin Frieda Klein ist froh, dass sie, nach allem was ihr in den vergangenen Monaten zugestoßen ist, nun endlich wieder Zeit hat, sich in aller Ruhe um ihre Patienten, ihre Freunde und vor allem um sich selbst zu kümmern. Doch es scheint Frieda einfach nicht vergönnt zu sein, sich von den Schrecknissen der letzten Zeit zu erholen, denn eine noch offene Schuld holt sie ein. Der Mann, dem sie noch einen Gefallen schuldet, verwickelt sie gegen ihren Willen in den Fall Hannah Docherty. Die ist seit dreizehn Jahren Patientin im Chelsworth Hospital für psychisch Kranke und soll im Mai 2001 ihre gesamte Familie getötet haben. Nun ist Hannah Anfang dreißig, und Frieda findet sie in äußerst verwahrlostem und desolatem Zustand vor, als sie sie in der Klinik besucht. Mit Medikamenten ruhig gestellt und von ganz offensichtlichen Anzeichen körperlicher Misshandlungen gezeichnet, erweckt die Frau einen erbarmungswürdigen Eindruck. Offenbar hatte Hannah für die Tatzeit kein brauchbares Alibi, und zudem wurden blutbefleckte Kleidungsstücke im Hausmüll gefunden.

Bald schon ist Frieda von Hannahs Unschuld überzeugt und stößt auf mehr als einen ermittlungstechnischen Fehler. Ganz offensichtlich wurden hier wichtige Indizien und Beweise übersehen, was Frieda dazu bringt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit der Fall noch einmal neu aufgerollt wird. Sie stößt dabei allerdings auf Widerstände, gibt es doch den einen oder anderen Verantwortlichen, dem Friedas Vergangenheit bitter aufstößt. Doch das soll nicht die einzige Sorge der Psychotherapeutin bleiben: Dean Reeve, ihr alter Feind, der sich aus irgendwelchen verqueren Gründen zu ihrem Beschützer aufgeschwungen hat, lässt sie auf subtile Weise wissen, dass er sich stets in ihrer unmittelbaren Nähe befindet…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es ist schlicht unmöglich, den Bann, den die exzentrische Psychotherapeutin Frieda Klein auf die Leser ausübt, erklären zu wollen. Mit ihr haben Nicci French eine Protagonistin erschaffen, die mit ihrem Facettenreichtum und vor allem den dunklen Anteilen ihrer Persönlichkeit bis ins Innerste fasziniert. Nach den Ereignissen aus „Mörderischer Freitag“ ist sie nun zwar wieder in ihre Wohnung und damit in ihre heimische Höhle zurückgekehrt, doch bald schon zeigt sich, dass die nicht länger der sichere Zufluchtsort für sie ist. Dean Reeve, der wie ein Gespenst durch sämtliche Fälle Frieda Kleins geistert, ist zurückgekehrt, was er Frieda auf äußerst unheimliche und beängstigende Weise zu verstehen gibt. Es scheint eine von Nicci Frenchs leichtesten Übungen zu sein, Friedas Gedanken, Ängste und Zweifel zum Leser zu transportieren und zugleich das Bild einer Frau zu entwerfen, an deren Fassade sich nichts davon erahnen lässt.

Auch in „Böser Samstag“ verknüpfen Nicci French wieder die Fäden vergangener Ereignisse mit einem verstörenden Fall in der Gegenwart, der Frieda Kleins gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Es sind vor allem die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche und die langen Schatten der Vergangenheit, die Frieda Klein in ihren Fällen umtreiben, und immer wieder wird sie dabei auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert. Erneut sind es die stimmungsvollen Schauplätze Londons, faszinierende und abgründige Charaktere und eine absolut fesselnde und durch und durch spannende Rahmenhandlung, die „Böser Samstag“ zu einem ganz besonderen und unvergesslichen Leservergnügen machen. Hier haben Nicci French wieder einen atmosphärisch dichten und auf fast unerträgliche Weise atemlos machenden Thriller erschaffen, der mit einem völlig erschreckenden Ende die Spannung auf Frieda Kleins nächsten Fall erhöht.

Frieda Klein ermittelt in folgenden Fällen:
Blauer Montag
Eisiger Dienstag
Schwarzer Mittwoch
Dunkler Donnerstag
Mörderischer Freitag
Böser Samstag

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen