Etwas von den Wurzelkindern

Autor: Sibylle v. Olfers
Genre: Bilderbuch
Verlag: arsEdition
ISBN: 3-760-77659-0
Erscheinungsdatum (D) 1994 Seiten 20

Etwas von den Wurzelkindern

Inhalt

Wenn im Frühjahr die Natur noch im Winterschlaf ist, weckt unter der Erde die gute Mutter Erde ihre vielen Kinder. Verschlafen recken und strecken sich die Wurzelkinder und machen sich dann an die Arbeit. Eifrig nähen sie sich mit Nadel, Schere und Fingerhut ihre bunten Frühlingskleider. Von der guten Mutter Erde lassen sie zum Schluss ihre Kleidchen mustern. Die Wurzeljungen sind auch nicht untätig, sie bemalen mit bunten Farben die vielen unterschiedlichen Käfer.
Wenn dann der Frühling im Land Einzug hält, verlassen die Käfer, Blumen- und Gräserkinder ihre Behausung unter der Erde und ziehen frohlockend in den Frühling hinaus. Im dichten Grün des Waldes kann man bald schon Maiglöckchen und Veilchen blühen sehen, am Bach spielen Vergissmeinnicht und am Feldesrand tanzen bunte Blümchen Hand in Hand.
Wenn dann der Herbst mit Sturm und Wind kommt, kehrt die bunte Schar geschwind heim zur Mutter Erde, die die Wurzelkinder wieder zu Bett bringt.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es gibt nur wenige Bücher, die den Zahn der Zeit im Lauf der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte unbeschadet überstehen – „Etwas von den Wurzelkindern“ von Sibylle v. Olfers gehört zweifelsohne zu diesen Klassikern. Dieses liebevoll gestaltete Bilderbuch erfreut seit seinem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1906 Generationen von Kindern – und das bis in die heutige, computerisierte und technologisierte Gegenwart. Das ausgeprägte mütterliche Element – symbolisiert durch die gute Mutter Erde, die für ihre Kinder sorgt – spricht Kinder im Vorschulalter in besonderem Maße an, ist es doch die Bindung zur Mutter, die in dieser Entwicklungsphase noch die wichtigste ist. Hinzu kommt eine im wahrsten Sinne des Wortes geerdete Darstellung der Natur im Lauf des Jahreskreises, die den Kindern sehr nahe ist. Kleine Wesen, egal, ob Käfer, Schnecken oder eben die Wurzelkinder, spielen hier die Hauptrolle und zeigen den Kindern, wie wichtig sie selbst im Rhythmus der Natur sind.

Die in Reimform erzählte Geschichte ist sehr kindgerecht, kommt ohne Höhen und Tiefen aus und konzentriert sich lediglich auf den auch Vorschulkindern schon bekannten Verlauf der Jahreszeiten und ihrer Phänomene. Dabei vermeidet die Autorin – erstaunlich für den Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts – den pädagogisch erhobenen Zeigefinger, sondern erzählt auf liebevolle Art und Weise und in einfacher Sprache eine Geschichte, die Kinder heute noch lieben. Die wunderschönen Zeichnungen dieses Bilderbuches sind hervorragend dazu geeignet, Kinder mit ihrem noch magischen Weltbild zu erreichen.
„Etwas von den Wurzelkindern“ ist ein unvergängliches Bilderbuch, das man Kindern gerade in unserer schnelllebigen und hektischen Zeit keinesfalls vorenthalten sollte.

„Etwas von den Wurzelkindern“ erschien erstmals 1906. Bis 1955 wurden die Bilder originalgetreu nachgedruckt. 1956 wurden sie einer Modernisierung unterzogen und von Ruth Koser-Michaels umgezeichnet. 1976 erschien eine „Originalgetreue Faksimile-Ausgabe“, in welcher zum ersten Mal die Originalvorlagen der Künstlerin reproduziert wurden.

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