Das Haus der leeren Zimmer

Autor: Lesley Turney
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30946-2
Erscheinungsdatum (D) 01.02.17 Erschienen 2015
Seiten 480
Übersetzung Monika Köpfer

Das Haus der leeren Zimmer The Secret by the Lake

Inhalt

Es ist eine innige Freundschaft, die Amy mit Julia und Alain Laurent und deren kleiner Tochter Vivian verbindet. Seit zwölf Jahren schon ist sie für die Familie tätig und kümmert sich voller Hingabe um die zehnjährige Vivian. Als ihre Großmutter im Sterben liegt, reist Amy zurück nach England, um ihren Vater zu unterstützen. Doch ein völlig verzweifelter Brief Julias an Amy verändert alles: Sie schreibt, dass Alain ganz plötzlich gestorben ist und sie mit Vivian in ihr verwahrlostes englisches Familiencottage ziehen musste. Da Alains Vermögen eingefroren wurde, sind Julia und Vivian völlig mittellos, und die verzweifelte Witwe bittet Amy um Hilfe. Ohne eine Sekunde zu zögern, packt Amy erneut ihre Koffer, um ihre Freundin, die außer sich vor Trauer und am Rande ihrer Kräfte ist, zu unterstützen.

Das idyllisch an einem See gelegene Cottage erweist sich allerdings als ein düsterer Ort, dem sämtliche Verschönerungsversuche Amys keine Gemütlichkeit einhauchen können. Doch viel schlimmer ist Julias Zustand, die sich völlig in sich selbst zurückgezogen hat, den ganzen Tag lang Gin trinkt und den Pullover ihres verstorbenen Mannes mit sich herumschleppt. Amy versucht, Vivian einen möglichst normalen Alltag zu ermöglichen, doch es wird immer deutlicher, dass das düstere Cottage ein schreckliches Geheimnis bewahrt, das maßgeblich mit Julias längst verstorbener Schwester Caroline zusammenhängt. Als Vivian immer öfter mit einer unsichtbaren Freundin namens Caroline spricht, ahnt Amy, dass etwas lange geheim Gehaltenes verzweifelt an die Oberfläche drängen möchte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Die britische Autorin Lesley Turney verwebt in ihren Romanen gerne längst Vergangenes mit der Gegenwart, flicht mystische Elemente in ihre Geschichten ein und lässt wagemutige Frauen finstere Geheimnisse aufdecken. Auch in „Das Haus der leeren Zimmer“ bleibt die Autorin diesem Schema treu, nur dass der Roman dieses Mal in den 1960er Jahren angesiedelt ist. Es gelingt Turney, überzeugend das Leben einer jungen britischen Frau zu dieser Zeit zu beschreiben und so ein stimmiges Zeitbild zu entwerfen. Doch die Zeichnung der Charaktere weist einige Schwachstellen auf, und im Verlauf der Geschichte wird vor allem das Agieren der Protagonisten Amy immer unglaubwürdiger und am Ende nur noch schwer nachvollziehbar. Sie tut und sagt Dinge, die dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirken, dass man nur fassungslos den Kopf schütteln kann.

Auch wenn der Schauplatz der Geschichte, ein düsteres Cottage auf dem Land, mit einem verschlossenen Zimmer, in dem offenbar jemand oder etwas sein Unwesen treibt, durchaus gelungen beschrieben und in Szene gesetzt ist, ist der Verlauf dieses Romans doch leider ziemlich vorhersehbar. Zwar ist Turney durchaus die eine oder andere packende Wendung gelungen, doch unterm Strich hat man Ähnliches schon viel zu oft gelesen, um wirklich gefesselt zu sein. Vor allem gegen Ende nimmt dieser Schauerroman noch einmal richtig Fahrt auf und sorgt für einige spannende Momente, doch alles in allem erzählt „Das Haus der leeren Zimmer“ eine Geschichte, die nur mäßig beeindruckt und auch schnell wieder vergessen ist.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen