Ein Märchen im Winter

Autor: Kate Lord Brown
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30202-9
Erscheinungsdatum (D) 02.11.16 Erschienen 2015
Seiten 416
Übersetzung Elke Link

Ein Märchen im Winter The Christmas We Met

Inhalt

England, 1979. Grace wird hart vom Schicksal gebeutelt: Nachdem ihr Mann Sam seine Firma in den finanziellen Ruin getrieben hat, verschwindet er von einem Tag auf den nächsten spurlos und alles deutet darauf hin, dass er sich das Leben genommen hat. Nicht genug damit, dass Grace ihre Goldschmiede und das Haus verkaufen muss, auch ihre Eltern hat Sam durch seinen Bankrott in den Ruin getrieben. Grace ist gezwungen, mit ihrer kleinen Tochter Harry zurück zu ihren Eltern zu ziehen, die Trauer um Sam kann sie gar nicht richtig zulassen. Als sie von ihrer Großmutter Margot eine Brosche vermacht bekommt, die schon seit Ewigkeiten in Familienbesitz ist, ahnt sie nicht, dass das ihr Leben komplett verändern könnte. Denn das Schmuckstück ist die Hälfte einer Tiara, und bei der Suche nach dem zweiten Teil lernt Grace den exzentrischen Schriftsteller Fraser Stratton kennen. Der lebt in einer alten Villa, die von einem riesigen Grundstück umgeben ist und sucht gerade nach einer Sekretärin.

Grace bewirbt sich um die Stelle und hat Erfolg: Sie darf zusammen mit Harry in eine kleines Cottage auf dem Anwesen ziehen und fast scheint es, als könne sie endlich einen Neuanfang wagen. Nicht nur Fraser schließt Grace schon bald in sein Herz, auch dessen Patensohn Jack zeigt offenkundiges Interesse an der jungen Frau. Doch die ominösen Botschaften, die nun regelmäßig bei Grace auftauchen, beunruhigen sie zutiefst und halten sie davon ab, endlich in eine glückliche Zukunft zu blicken…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Kate Lord Brown hat mit der herrschaftlichen Villa im ländlichen England die perfekte Kulisse für einen romantischen Mystery-Roman geschaffen. Auch sämtliche anderen Komponenten für eine geheimnisvolle Geschichte sind vorhanden: ein tragisches Ereignis in der Vergangenheit, das noch nicht gänzlich aufgeklärt ist, zwielichtige Figuren und dunkle Andeutungen. All diese Elemente versprechen zwar keine anspruchsvolle Unterhaltung, könnten aber Garant für ein paar vergnügliche Lesestunden sein, bei denen alles ringsherum vergessen werden könnte. Doch kommt man leider nicht um die Tatsache herum, dass Grace eine Heldin ist, die mit ihrer Zögerlichkeit und ihrem ständig wiederholten „Ich kann das einfach nicht…!“ irgendwann nur noch nervt. Es ist schwierig, die Motive und das Handeln dieser Figur auch nur annähernd nachzuvollziehen, was zur Folge hat, dass man ihr nicht gänzlich folgen mag.

Auch wenn es Kate Lord Brown durchaus gelungen ist, spannende Elemente einzuflechten und eine geschickt konstruierte Geschichte zu erzählen, die Gegenwart und Vergangenheit stimmig ineinander fließen lässt, sind es vor allem die teilweise etwas überzogenen Charaktere, die das Gesamtbild stören. Auch die Romanze zwischen Grace und Jack ist manchmal etwas arg kitschig geraten, was der Geschichte viel von ihrer Glaubwürdigkeit raubt. Auch wenn „Ein Märchen im Winter“ durchaus über starke Elemente verfügt und deutlich macht, wie die Schatten der Vergangenheit unser Leben bis heute beeinflussen können, ist dies doch unterm Strich ein eher durchschnittlicher Roman geworden.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen