Krähenmutter

Autor: Catherine Sheperd
Genre: Thriller
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30965-3
Erscheinungsdatum (D) 04.10.16 Seiten 288

Krähenmutter

Inhalt

Laura Kern ist Spezialistin bei einer Sondereinheit des LKA, die sich mit ungewöhnlichen Entführungsfällen befasst. Ihren ganz besonderen Instinkt verdankt sie der Tatsache, dass sie als Kind selbst entführt und mehrere Tage gefangen gehalten wurde. Sie gilt nicht zuletzt deshalb als hervorragende Ermittlerin und wird immer dann zurate gezogen, wenn die Lage außergewöhnlich kritisch ist. Als der kleine Henri, Baby eines Großunternehmers, am helllichten Tag in einem Berliner Supermarkt entführt wird, setzt sich die Innenministerin höchstpersönlich dafür ein, dass das Kind schnell gefunden und den Eltern zurückgebracht wird. Doch schnell wird Laura und ihrem Partner Max klar, dass der Vater des Jungen etwas zu verbergen hat. Während die Eltern tagelang auf die obligatorische Lösegeldforderung warten, wird offensichtlich, dass der Vater wichtige Informationen zurückhält.

Doch der aufkeimende Verdacht, er könne mit den Entführern unter einer Decke stecken zerschlägt sich, als er bei der Lösegeldübergabe spurlos verschwindet und wenig später schwer verletzt aufgefunden wird. Als im selben Supermarkt ein zweites Kind entführt wird, beginnt für Laura und Max ein Wettlauf mit der Zeit, und mit jedem verstreichenden Tag wird die Hoffnung geringer, die Babys lebend zu finden…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Krähenmutter“ ist ein Thriller, der vom ersten Moment an seiner Fülle von Klischees und Logikschwächen krankt. Der erste Faktor, der einem bitter aufstößt, ist die Figur der Laura Kern, die förmlich einem wandelnden Klischee gleicht. Mittlerweile kennen wir sie einfach zur Genüge, die verbitterten, vom Leben gezeichneten Ermittlerinnen, die ihre Narben vor aller Welt verstecken und nicht in der Lage sind, normale, zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Sie jetzt in Laura Kern erneut wiederzubeleben, ist einfach des Guten zuviel und trägt wenig zur Glaubwürdigkeit dieser Figur bei, zumal die auch Dinge tut, die bisweilen schwer nachvollziehbar sind. Doch auch die Zeichnung der anderen Charaktere dieses Thrillers ist nur bedingt überzeugend und trägt wenig dazu bei, den Leser für die Geschichte zu begeistern.

Auch wenn „Krähenmutter“ durchaus über einige spannende Momente verfügt, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass die Geschichte insgesamt zu wenig durchdacht ist und mit unlogischen Wendungen aufwartet. Es will Shepherd einfach nicht gelingen, die losen Enden stimmig zusammenzuführen und zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Auch wenn durchaus gute Ansätze da wären, entsteht zunehmend der Eindruck, ein unlogisches Konstrukt vor sich zu haben, das gegen Schluss in aller Eile zu einem leider nicht runden Ganzen zusammengefügt wurde.

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