Der Angstmann

Autor: Frank Goldammer
Genre: Krimi
Verlag: dtv premium
ISBN: 978-3-423-26120-3
Erscheinungsdatum (D) 23.09.16 Seiten 336

Der Angstmann

Inhalt

Dresden, in den Kriegsjahren 1944/45: Während die Bevölkerung unter den anhaltenden Kriegshandlungen und den immer stärker rationierten Lebensmittelzuwendungen leidet, treibt ein brutaler Mörder sein Unwesen in der Stadt. Kriminalkommissar Max Heller findet am Tatort eine grausam zugerichtete Frauenleiche vor, die von einem Täter erzählt, der auf bestialische und unmenschliche Weise vorgegangen ist. Schnell verbreitet sich das Gerücht, der „Angstmann“ ginge um und schleiche nachts durch die Gassen auf der Suche nach neuen Opfern. Doch Heller ist sich sicher, es hier mit einem brutalen Frauenmörder zu tun zu haben, der mit einer Phantasiefigur rein gar nichts zu tun hat.

Doch seine Suche nach dem Mörder wird immer wieder von seinem linientreuen Vorgesetzten Rudolf Klepp untergraben, der der Meinung ist, der wahre Täter sei längst gefasst. Hinzu kommt der stetige Strom von Flüchtlingen, die täglich in immer größerer Zahl in die Stadt drängen und Hellers Ermittlungen immer unübersichtlicher machen. Als im Februar 1945 Dresden in einem alles vernichtenden Bombenhagel förmlich dem Erdboden gleichgemacht wird, halten alle auch den Frauenmörder für tot – ein Irrtum, der weitreichende Konsequenzen haben soll…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Was an Frank Goldammers Kriminalroman „Der Angstmann“ von der ersten Seite an fasziniert, ist die durch und durch authentisch erscheinende Schilderung des von Kriegsentbehrungen und Bombardements gebeutelten Dresden der letzten Kriegsjahre. Die Konsequenzen der schon Jahre andauernden Entbehrungen für die Bevölkerung, die Angst vor den nächtlichen Bombenalarmen und die um sich greifende Hoffnungslosigkeit, diesen Krieg doch noch gewinnen zu können, spricht aus jeder Zeile und lässt den Leser in eine Vergangenheit eintauchen, die unendlich weit weg und zugleich doch erschreckend nah erscheint. All die linientreuen Fanatiker, die weiter stur am Hitlergruß festhalten, vom Endsieg faseln und Juden und Regimegegner verraten, bekommen hier ein erschreckend realistisches Gesicht. Zugleich gelingt es Goldammer, in seinem Protagonisten Max Heller all jene widerzuspiegeln, die die fanatische Gewaltherrschaft der Nazis verabscheuen und versuchen, in diesen letzten Kriegsjahren irgendwie zu überleben.

Diese Authentizität lässt der Kriminalfall, in dem Max Heller ermittelt, leider in einigen Punkten vermissen. Auch wenn es Goldammer gelingt, die Ermittlungstechniken, die zu jener Zeit und in einer vom Krieg gebeutelten Stadt zu Verfügung standen, glaubhaft zum Leser zu transportieren, erscheint die eine oder andere Wendung nicht immer logisch. Manches wird ohne weitere Erklärung weitergeführt, so dass beim Leser hin und wieder eine gedankliche Lücke entsteht, die nicht zu füllen ist. Nichtsdestotrotz ist „Der Angstmann“ ein über weite Strecken gelungener Krimi, der vor allem durch glaubhafte Schauplätze und authentische Charaktere zu überzeugen weiß.


Oberkommissar Max Heller ermittelt in folgenden Fällen:
Der Angstmann
Tausend Teufel

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen