Schattenkaiser

Autor: Christoph Hardebusch
Genre: Fantasy
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492703710
Erscheinungsdatum (D) 04.10.16 Seiten 416

Schattenkaiser

Inhalt

Das Imperium vereint die verschiedensten Völker unter der Herrschaft eines jungen Kaisers. Jahrhundertelang ist es gewachsen und hat auch starken Stürmen und Bedrohungen getrotzt. Doch nun beginnt es an den Grenzen erneut zu brodeln. Unbekannte, wilde Horden überfallen Dörfer und Höfe, verschleppen Menschen, brandschatzen und morden. Auch der Heimatort der jungen Ariadne wird überfallen. Doch das Mädchen kann in letzter Minute fliehen und findet in dem geheimnisvollen Dariush einen unerwarteten Helfer. Der Wanderer aus dem Norden hatte eigentlich nicht vor, sich mit einer völlig verängstigten Reisegefährtin zu belasten, doch eine innere Stimme drängt ihn, Ariadne zu helfen. Schon bald keimt in Dariush der Verdacht, dass Ariadne vielleicht doch nicht nur irgendein unbedeutendes Bauernmädchen ist, sondern eine wichtige Figur in den zunehmenden Unruhen am Rande des großen Reiches.

Während er sich mit ihr zum nächsten Stützpunkt der imperialen Armee durchschlägt, ist deren Anführerin Valeria auf der Reise ins Zentrum des Imperiums. Ausgerechnet jetzt hat der Kaiser sie zu sich beordert. Es gilt eine vergleichsweise unbedeutende Streitigkeit in einem Landesteil näher an der Hauptstadt beizulegen. Valeria begibt sich nur widerwillig in die Hauptstadt mit ihren politischen Ränkespielen und Intrigen. Noch ahnt sie nicht, wie sehr diese Reise den Widersachern des Imperiums in die Hände spielt. Denn seit langem sind unbemerkt Mächte am Werk, die beharrlich am Untergang des riesigen Reiches arbeiten. Und nun scheint ihre große Stunde nicht mehr fern…

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Mit „Schattenkaiser“ startet Christoph Hardebusch in seine neue zweiteilige Fantasyserie. Hardebusch, der seit 2006 und seinem großen Erfolg von „Die Trolle“ eine bekannte Stimme im Bund der deutschen Fantasyautoren ist, taucht dafür nicht in eine Welt nach dem tolkienschen Vorbild ein, was wirklich erfrischend ist. Er wählt stattdessen ein Setting, das stark an das Römische Reich der Cesaren erinnert. Ein großes Imperium, eine Hauptstadt, die das absolute Zentrum der Macht ist. Viele Provinzen, ein buntes Völkergemisch und ein Wall als Schutz gegen wilde Horden. Das alles weckt Erinnerungen an die Glanzzeiten Roms mit seinen imperialen Strukturen. Christoph Hardebuschs Setting macht geschickt neugierig, denn er mischt fantastische Aspekte und historische Anlehnungen und schafft dadurch eine neue Welt, die man gut greifen kann, und in die man auch allzu gerne eintaucht. Bereits der Prolog lässt so einiges erwarten. Im Verlauf der weiteren Handlung verwässert der starke Auftakt dann jedoch, da sich viele Figuren mit eigenen Erzählsträngen die nur knapp etwas über 400 Seiten teilen müssen. Zwischen der Einführung, dem Erklären der Welt und dem Vorantreiben der Handlung bleibt da wenig Zeit für eine tiefergehende Figurenentwicklung. So finden sich immer wieder viele Stereotype, und die Charaktere bleiben austauschbar.

Inhaltich wird in der Fantasyliteratur heutzutage nur sehr schwer das Rad neu erfunden. Umso mehr Bedeutung kommt in einer Geschichte den Figuren zu. Ihre Strahl- und Anziehungskraft bindet uns an die Handlung. Gerade hier hat „Schattenkaiser“ nicht seine starke Seite. Im Auftakt der neuen Serie von Christoph Hardebusch finden sich tolle und spannende Ideen, und das Buch ist auch insgesamt kurzweilig zu lesen. Doch seine Charaktere sind (noch) zu austauschbar, als dass sie einen wirklich nachhaltig an die Geschichte binden.

"Schattenkaiser" ist der Auftakt zu einer zweibändigen Serie.

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