Böse Leute

Autor: Dora Heldt
Genre: Krimi
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-26087-9
Erscheinungsdatum (D) 19.02.16 Seiten 448

Böse Leute

Inhalt

Karl Sönningen, seines Zeichens Hauptkommissar in Ruhestand, tut sich schwer mit dem Rentnerdasein. Und das vor allem, weil er eindeutig sieht, dass die Polizei unter Leitung des unsympathischen Runge auf Sylt nicht mehr Herr der Lage ist. Mehrere Einbrüche, die immer auf dieselbe Art vonstatten gehen, bleiben unaufgeklärt und ungesühnt. Das ist doch nicht zu fassen! Kein Wunder, dass Karl seine nicht gleichermaßen in Ruhestand befindliche Spürnase weiterhin in diese Angelegenheit stecken muss. Und er hat natürlich auch Unterstützung durch eine illustre Rentnertruppe, deren Mitglieder gewillt seinen Anordnungen Folge leisten und dabei auch noch abwechselnd für das leibliche Wohl sorgen. Karls Freund Onno allerdings hat seine Tochter Maren wieder bei sich wohnen. Sie ist aus Sorge um ihren Vater zurück nach Sylt gezogen. Prekäres Detail: Sie arbeitet bei der Polizei.
So ergibt sich unweigerlich eins aus dem anderen, Plots werden geschmiedet, Geheimnisse bewahrt, Pläne ausgearbeitet, Kuchen gegessen und Eierlikörchen getrunken. Doch als es dann noch zu einem Mord kommt, ist es um die Ruhe auf der Nordseeinsel endgültig geschehen und die Rentnertruppe läuft zur Höchstform auf …

Buchkritik von Angelika  Koch

Dies ist der erste Krimi der erfolgreichen Autorin Dora Heldt, die selbst auf Sylt aufgewachsen ist. Bisher verwöhnte sie den Leser mit humorigen Romanen mit ebenso humorigen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Heinz und Walter. Wer die Romane der Autorin liebt, wird auch diesen mögen. Denn trotz der „bösen Leute“, die in diesem Krimi vorkommen, lebt auch diese Geschichte wieder von den schrulligen, liebenswerten Charakteren, denen Dora Heldt das Leben einhaucht. Obwohl Heinz und Walther nur eine kleine „Gastspielrolle“ zugedacht ist, gelingt es der Autorin mit anderen Personen aufzuwarten, die nicht minder reizend sind.
Natürlich darf auch hier die Liebe nicht fehlen, das gehört bei den Romanen der Autorin einfach dazu. Und warum eigentlich auch nicht? Warum sollen Krimis oder Romane nicht einfach auch mal liebenswert, ein bisschen kitschig und harmonisch sein? Aufgrund des sicheren Schreibstils der Autorin rutschen ihre Bücher ja schließlich nie ins Triviale ab. Ihre Geschichten haben eine luftige, sonnige Leichtigkeit, selbst wenn es – wie hier – um einen Mord geht. Das Lesen ist ein purer, unbeschwerter Genuss, dieses Buch ein gelungenes Krimi-Debüt.
Irgendwie wird man süchtig nach all diesen Menschen und ihren Abenteuern, nach Sylt und der See, nach Wind und Wetter und Kaffeerunden und freut sich somit auf jeden weiteren Roman der Autorin, ob mit Leiche oder ohne …

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