Bedenke, was du tust

Autor: Elizabeth George
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31372-3
Erscheinungsdatum (D) 19.10.15 Erschienen 2015
Seiten 704
Übersetzung Charlotte Breuer, Norbert Möllemann, Marion Matheis

Bedenke, was du tust A Banquet of Consequences

Inhalt

Als Barbara Havers an einer Lesung der bekannten Feministin und Buchautorin Clare Abbott teilnimmt und diese dabei auch persönlich kennenlernt, ahnt sie noch nicht, dass sie kurze Zeit später in die Ermittlungen an deren Ermordung involviert sein wird. Denn kurz nach Havers’ Begegnung mit der Bestsellerautorin wird die tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Weil Abbotts Lektorin und Freundin Rory Statham nicht an ein natürliches Herzversagen glauben will, kontaktiert sie Barbara Havers, deren Visitenkarte sie nach der Lesung behalten hat. Barbara wittert hier ihre Chance, ihrer Chefin Isabelle Ardery, bei der sie in Ungnade gefallen ist, zu beweisen, dass sie eine gute Ermittlerin ist. Doch Ardery ist keineswegs gewillt, Barbara allein in diesem Fall ermitteln zu lassen, und nur durch Inspector Lynleys Intervention wird sie zusammen mit Winston Nkata nach Cambridge geschickt, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Doch die Frage, ob Clare Abbott ermordet wurde oder eines natürlichen Todes starb, lässt sich nicht so leicht klären, wie die beiden Ermittler vor Ort erfahren müssen. Dann kommt es allerdings zu einer dramatischen Wendung der Ereignisse, als Rory Statham von Havers mit dem Tod ringend in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Offenbar wurde die Lektorin vergiftet und Barbara ist sich sicher, dass hier die Verbindung zum Tod der Autorin liegt. Jemand treibt hier ein äußerst perfides Spiel – jemand, der sich im direkten Umkreis Clare Abbotts befinden muss…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Auf faszinierende und auch irgendwie unerklärliche Weise gelingt es der Bestsellerautorin Elizabeth George, die Intensität der Inspector-Lynley-Reihe mit jedem neuen Fall noch einmal zu steigern. Barbara Havers und Thomas Lynley sind mit all den anderen Personen, die diese Reihe ausmachen, längst zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden, die derart lebendig und pulsierend ist, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie nicht tatsächlich in und um London herum existiert. Ein hoher Anspruch zeichnete Georges Romane von jeher aus, und auch dieses hohe erzählerische Niveau hat sich im Laufe der Jahre immer noch einmal gesteigert. So ist es kaum verwunderlich, dass „Bedenke, was du tust“, Band 19 der Inspector-Lynley-Reihe, in vielerlei Hinsicht restlos überzeugen kann.

Zum einen ist es natürlich der klug konstruierte und raffiniert erzählte Mordfall, in dem Lynley und Havers diesmal ermitteln, der die Faszination dieses Romans ausmacht. Es gelingt George, die Spannung stetig zu steigern und ihre Leser auf subtile Weise immer wieder mit kleinen Häppchen an klug dosierten Hinweisen zu füttern und sie gleichzeitig regelmäßig aufs Glatteis zu führen. Dabei bedient sie sich der Stilmittel der klassischen Kriminalliteratur à la Agatha Christie und lässt den Verdacht mal auf den einen, mal auf den anderen Protagonisten fallen, um am Ende einen Täter zu präsentieren, mit dem garantiert keiner gerechnet hätte. Doch Georges messerscharfe Charakterzeichnung, ihre Gabe, die hinterhältigen, bitterbösen und verabscheuungswürdigen Seiten der menschlichen Spezies ans Tageslicht zu befördern, macht die wahre Faszination ihrer Romane aus. Es gelingt ihr dadurch, ihren Geschichten eine Tiefe zu verleihen, die weit über das Genre hinausreicht und die wahre Spannung ihrer Krimis ausmacht.

Die Inspektor Lynley–Reihe umfasst folgende Bände:

Gott schütze dieses Haus
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld
Asche zu Asche
Im Angesicht des Feindes
Denn sie betrügt man nicht
Undank ist der Väter Lohn
Nie sollst du vergessen
Wer die Wahrheit sucht
Wo kein Zeuge ist
Am Ende war die Tat
Doch die Sünde ist scharlachrot
Wer dem Tode geweiht
Glaube der Lüge
Nur eine böse Tat
Bedenke, was du tust

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