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Kommende Buchkritiken
Elf Minuten
Onze minutos
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Autor
Paulo Coelho
Genre Roman
Verlag Diogenes Verlag ISBN 3-257-06373-3 Übersetzung Maralde Meyer-Minnemann Erscheinungsdatum (D) 2003 Erschienen 2003 Seiten 286 |
Inhalt
Maria, eine junge Frau aus einem kleinen brasilianischen Dorf, träumt von der großen Liebe. Doch ihre ersten unschuldigen Erfahrungen mit Männern lassen sie mit gebrochenem Herzen und ziemlich desillusioniert zurück. Mehr oder weniger zufällig verschlägt es sie nach Genf, wo sie hofft, eine großartige Karriere als Sambatänzerin zu machen. Doch auch dieser Traum zerschlägt sich ziemlich schnell, und schließlich landet Maria als Prostituierte in einem Nachtclub. Da sie die Hoffnung aufgegeben hat, den Mann ihrer Träume doch noch zu finden, verschließt sie ihr Herz, wird mehr und mehr hart gegen sich selbst und verfällt immer mehr dem Sex. Sie tut dies ohne Scham und rettet sich doch, indem sie in ihrem Tagebuch über die Liebe schreibt, wohl wissend, dass ihre Seele all das sonst nicht überleben würde.
Sie redet sich ein, dieses Leben nur um des Geldes willen zu leben, bis sie eines Tages einem Maler begegnet, der es schafft, ihren Zynismus zum Bröckeln zu bringen. Maria weiß, dass sie sich nicht in ihn verlieben darf, dass es bei ihm nicht anders sein wird, als bei allen anderen. Doch da ist auch ganz tief in ihr versteckt die Hoffnung, dass es noch eine andere Form der Erotik gibt, als die, die sie kennen gelernt hat. Auf der Suche nach der Spiritualität in der Liebe findet Maria schließlich zu sich selbst.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Was für eine Geschichte! Ein modernes Märchen, das provoziert. Hier wird ganz offen über Sex gesprochen, über Lust und Leid und über die Frage, ob die Seele wie ein Körper berührt werden kann. Gleichzeitig schreibt Coelho über die Spiritualität der Erotik, über die Suche einer jungen Frau nach der großen Liebe. Und über die Erkenntnis, dass es eine universelle Form der Liebe gibt, die mehr ist als Sex und Erotik.
Paulo Coelho erzählt von unglücklichen Freiern, die bezahlen müssen für ein bisschen Bestätigung, Berührung, Befriedigung, für die schnöden elf Minuten, die einen durchschnittlichen Geschlechtsakt ausmachen. Von Prostituierten, die in einer Scheinwelt leben, sich selbst vormachen, dass ihre Seelen heil aus diesem Leben hervorgehen können. Von der Hoffnung, die in kleinen Ereignissen liegt. Davon, dass man im einen Moment nichts hat und im nächsten mehr, als man ertragen kann.
Wunderschön beschreibt Coelho Marias Erkenntnis, dass die Liebe nichts will, dass wir dann am meisten erhalten, wenn wir gar nichts erwarten. Ein wunderbares, berührendes Buch, in dem man immer wieder erneut blättern kann und das einen nie mehr ganz loslässt.
